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II. Jahrgang, XLV. Stück, den 4. Novemb. 1772.

I. Naturgeschichte.

§. 13. Von dem Krywaner Bergwerk insbesondere.

Unter allen karpatischcn Bergen, ist kein einziger, der mit so vielem Fleiß, und so lange schon, obwohl sehr unterbrochen, bebauet worden wäre, als der sogenannte Kryvan, in der Liptauer Gespannschaft. Der gelehrte Belius, giebt uns Ioc. cit. pag. 539. §. 13. davon folgende Beschreibung. "Sunt & in monte Krywan divites auri venae, saepe coli coeptae. Sed nescio, quo malo fato,desertae iterum, iterumque. Causam alii, in venarum duritiem intractabilem, in frigusalii, rejiciunt, quod hic immanissimum esse, cum montem describeremus, notavimus. Et ita omnino est: utrumque impedit operas retardatque. Accedit urbariorum dissensio, & metallicorum sive injuria, juxta & non nullorum malevolentia. Quibus rebus fit, ut magno licet conatu, parum tamen proficiatur." d. i. Auch sind auf dem Berge Krywan reiche Goldadern, welche man oft angefangen hat zu bebauen. Ich weiß aber nicht, durch welch widriges Schicksal solche wiederholt verlassen worden. Einige wollen die Ursache auf die große Härte des Gesteines, andere auf die Kälte schieben, die hier, wie ich es bey der Beschreibung des Berges angemerket, ungemein heftig ist. Und es befindet sich allerdings also: beede Umstände verhindern, und hemmen den Bergbau. Noch kommet dazu das Mißverständniß der Gewerkschaft, und die Unwissenheit, oder Unachtsamkeit der Bergleute nebst der Bosheit einiger unter denselben. Es verhält sich mit diesem Bergwerk noch heut zu Tage nicht viel anders.

Der Kaiser, und König in Ungarn Maximilian der II. glorwürdigsten Andenkens, der sich um das Bergwesen in Ungarn, mehr als in einer Ab-

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sicht unsterblich Verdient gemacht hat, war der erste, der auf dem großen Krywan, eine Goldgrube hat öffnen lassen. Es sind noch bis itzt Denkmäler übrig, von dem damals errichteten Puchwerke, in einem hohen Bergthale, in jener Gegend des karpatischen Gebürges, welche mit Krummholz bewachsen ist. Gewiß an dem allerunbequemsten Orte, wo der Schnee allzuzeitig in großer Menge schon ausfällt, da die niedrigern Gegenden noch ganz frey davon bleiben, und die Wasser dergestalt verfrieren, daß wegen der allzugroßen Kälte, wegen des tiefen Schnees, und wegen der verfrornen Wasser, alle Arbeit, kaum daß sie recht angefangen worden, wieder aufhören muß. Der Bau, dieser neu angelegten Goldgrube wurde kaiserl. königlicher Seits, nicht allzu lange geführet, davon die Ursachen verschiedentlich angegeben werden, die wir hier weder untersuchen, noch auch ein Urtheil darüber fällen können; hauptsächlich deswegen, weil uns glaubwürdige Nachrichten dazu fehlen: die mündlichen Erzählungen aber, uns nicht bewährt genug zu seyn scheinen.

Maximilian der II. schenkte darauf das Krywaner Bergwerk der Szmretschanyschen Familie, wie es die Schenkungsbriefe dieser Familie ausweisen. Die Szmretschanysche Familie bebauete eine zeitlang, das von den höchsten Händen erhaltene Bergwerk, wurde aber des Baues bald müde; indeme die Bauunkosten immer höher anwuchsen, und nicht die geringste Hoffnung sich zeigte, nur einige Vortheile dabey zu gewinnen.

Nach der Zeit haben verschiedene Gewerke mit Bewilligung der Familie, den Bau dieses Bergwerkes betrieben, aber weil die Ausbeute nicht sogleich folgte, wieder aufgehört.

Endlich hat vor einigen Jahren, eine vereinigte Gewerkschaft, deren Mitglieder in den königl. ungarischen XIII. Städten Neudorf und Georgenberg wohnhaft sind, unter der Aufsicht des Hrn. Martin Palzmann, Stadtrichters zu Neudorf, und eines der würdigsten Männer in gedachten XIII. Städten, die Bebauung des Krywaner Bergwerks aufs neue vorgenommen; sie setzt ihn bis itzt, unter den besten Veranstaltungen, mit allem Eifer und Fleiße fort. Es hat nämlich diese Gewerkschaft, nicht nur ein neues, und gut eingerichtetes Pochwerk, an einem sehr bequemen Orte, in der Gegend des Krywans, welche man die Pawlowa nennet, errichtet; sondern auch einen Erbstollen anschlagen lassen, durch alle Wasser abgebauet, wobey alle alte Gänge unterteufet worden sind. Bey dem allen stehet die Gewerkschaft in großem Verbaue, so daß sie auch schon des Baues fast müde geworden; indem das erzeigte Gold nicht einmal den dritten Theil der aufgewandeten Kosten träget. In der Feuerprobe ist der Centner Erz

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3. 4. auch 5 löthig befunden worden, nach vielen und verschiedenen damit angestellten Versuchen; in der Wasserprobe hingegen nicht einmal 1 löthig. Außer dem ist auch dieses noch bey den Krywaner Goldgängen als etwas besonders anzumerken dadurch sie sich von andern Erzgängen merklich unterscheiden, und so zu sagen, von denselben abarten, nämlich: Vom Tage sind die Erze reichhältig, in zunehmender Tiefe aber verringert sich ihr Gehalt nach und nach dergestalten, daß endlich fast keine Spur mehr vom Golde übrig bleibet. Ja in einer noch größern Tiefe höret sogar auch das Ganggestein auf, und man kommet auf das nämliche wilde Gestein, woraus das ganze Gebürge bestehet. Bey so bewandten Umständen ist es nun kein Wunder, wenn diese Grube iimmer noch, ohne sonderlichen Vortheil bebauet wird.

Dieses sind die historischen Umstände des Krywaner Bergwerks so viel als uns, sonderlich, was den Anfang desselben betrift, bekannt geworden. Itzt wollen wir noch etwas von den Krywaner Erzen, und Erzgängen hinzufügen. Wir machen den Anfang mit dem Krywaner Gold.

Das Krywaner Gold, welches in einem glasartigen schwärzlichen, wie auch gelb- und weißen sehr festen Quarz, ohne Unterschied bricht, kann zum Theil mit blossen Augen gesehen werden; größtentheils aber lieget es in so feinen Theilchen darinnen zerstreuet, daß man es mit dem blossen Auge nicht wahrnehmen kann. Es ist dieses Gold das höchste im Strich von ganz Ungarn, so daß sich keine so feine Streichnadel fande, als es in die k. k. Einlösung nach Cremniz gebracht wurde.

Die Erzgefährte, darinnen das Gold bricht, sind 1. 2. 3. 4. Finger, auch an einigen Orten eine Spanne breit: sie sind aber sehr veränderlich, und nehmen in ihrer Mächtigkeit oft ab, und zu. Sie brechen auch nicht nahe beysammen, sondern liegen in dem Neben,- und Ganggestein, einige Finger breit, auch mehr und weniger voneinander getrennet. Das Gang - und Nebengestein, darinnen die Erzgefährte liegen, ist röthlich, schiefrig, mürbe, und brüchig, läßt sich daher, weil beyde Seiten der Erzgefährte sehr glat, und fast wie geschliefen sind, ganz leicht davon abscheiden. Es ist außer dem, so wie alle taube und wilde Berg- und Steinarten des Krywans, mit Quarzkügelchen, in Erbsen Größe, auch größer und kleiner eingemischt, dabey ist es grünlicht, und hat eine starke Mischung von weissem Glimmer, Glanz oder Frauenglaß.

Das Krywaner Antimonium ist ganz vest und maßif: es gleicht einem polirten Bley, und ist da-

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bey gold- und silberhaltig. Der Stollen gold- und silberhaltig. Der Stollen, wo das Antimonium bricht, ist der erste von unten hinauf, bey der letzten Kehre des Weges gegen der Spitze des Krywans zu, wo der Weg schon zu Ende gehet. Er heißt Theresiastollen und ist auf einem flachen, oder schwebenden Gang angeschlagen. In diesem bricht ein vier Finger breites Geferth, dichtes, gediegenes, Antimonium in einem grauen Qarz; Gegen das Hangend, ist ein gelbe Ouarzgeferth, 1. und eine halbe Spanne mächtig; und im Liegend dieses Ganges ist ein eben so breites aber weisses Quarzgeferth anzutreffen. Belius hat loc. cit. pag. 541. eine sehr richtige, und vollständige Beschreibung des Krywaner, und der benachbarten karpatischen, Bergspitzen, Antlmonium gegeben. Sie verdienet hier eine Stelle: Est praeterea, sagt dieser große Geschichtschreiber, praestantissimum antimonium: in utroque Vazeczensi & Vychodnensi ,montis Krywan latere, quod, ob 'conjunctam auri mineram, solare vocant: quale in monte quoque Wisoka & alio, cui Loch nomen reperias; sed, quod loca sunt frigore, & praeruptis petris, intractabilia, fit, ut erui nequat, ab hominibus nihil, quod arduum est, tentare adsuetis. In primis ' autem memoratu dignum est, antimonium illud, quod e sptentrionali montis Wisoka, latere, hoc est, ea parte, qua Poloniam prospicit, eruitur. Praeterquam enim, quod & ipsum auro maritatum est eopiosiore, & colorem caudae pavionis referat ; ferrum profecto, & calybem, si liquefacere instituas, devorat, quam quidem antimonium solaris mineram, ab eremita, istis errante jugis, detectam fuisse, ralatum accepimus. Das Antimonium-also ist unter denen, zur Zeit entdeckten karpatischen Erzen, nicht nur das reichhältigste; sondern es bricht auch in großer Menge, und dazu an verschiedenen Orten dieses Gebürges.

Noch eines müssen wir zum Schluße unserer Beschreibung der karpatischen Erze anmerken, welches statt eines Beweises dienen wird, daß Ungarn auch Zinn hervorbringe. Ganz oben gegen der Spitze des Krywans, ist ein Gang, auf welchem eine Art, schwarze Zinngraupen, statt denen, auf andern Stollen, eingemischten Quarzkügelchen in den Golderzgefehrten, mit unterbrechen. Dieser Gang aber ist von Alters her schon verhauen, und verbrochen, und mit Wasser und Eiß so angefüllt, daß man mit vieler Mühe und Gefahr, einige Stücke dergleichen Erzes abstufen kann. Wir besitzen eine solche Kriwaner Zinnstufe in unserer Naturaliensammlung.

Auf dem kleinen Krriwan sind auch Gold, und Antimoniumgänge, welche mit den des großen Kriwans, einerley Bewandtniß, und Beschaffenheit haben. Es wer-

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den diese Gänge, von der sogenannten Gaiper oder Liptauer Gewerkschaft , bebauet ; aber auch bis itzt, ohne sonderlichen Vortheil. Das neu erbaute Puchwerk dieser Gewerkschaft stehet am Fuße des kleinen Krywans, davon wir für diesesmal nichts besonders zu sagen haben.

A. J. Cz.

II. Fortsetzung des Gellertischen Urtheils über die meisten Werke itziger Zeit.

Des Touches dienet zur Kritik, der französischen Sprache.

Girard: ohnedem berühmt genug.

Restaut: Principes de la langue françoise. Vortreflich, von 1762. in Paris.

Mauvillon ist, wie anch das Dictionaire comique satyrique & proverbal par Msr. Rondeau von Jablonsky herausgegeben, ist nicht vollständig.

Furetiere Dictionaire ist gut. Richelet ist ihm gleich mit seinem großen Dictionaire.

De la Crusca ist so gut, wie Trevoux.

Les Oeuvres de Racine, les letters de Rousseau; Maintenon, Sevigné, le Magasin des enfans par Beaumont: les Oeuvres de Rollin; l`histoire de Bousset du Monde & de la Religion. Ist viel Gutes und Brauchbares darunter, doch auch einiges Schlechtes. Aus den Zeiten Ludwigs des XIVten sind folgende Skribenten gut: Rabutin, Pascal, Balzac, P. Bussy, Bruyere, Flechier, Bossuet, Bourdaloue, Prevot, Mascaron, Vaugelas, Ablancourt, Rollin, Fontenelle, Montesquieu, D'aqiessaeu, Fenelon, und P. Bernard.

Unter den neuern Schriftstellern sind folgende französische Gelehrte.

Mariveaux, Troublet, Racinele jeune, Cardinal Bernis, Moncrif, und Marmontel.

Von den Poeten.

Moliere, Racine, Corneille, Boileau, Deshouillieres, Rousseau, Fontenelle, la Fontaine, Gresset, Bernis, Thomas, Mad. Sevigny & Beaumont. Voltaire ist allen bekannt.

Von italiänischen Schriftstellern.

Molter: italienische Sprachlehre: ist gut:

Dizzionario della Crusca: in 6. Folianten von 1746: nicht für Anfänger. Der Auszug von Ehrenreich ist gut.

Antonini: Zween Bände in 4to von 1712. In Leipzig ist das beste dieser Art, und 1762 neu aufgelegt worden.

Castelli: Lexikon ist ohnehin bekannt genug.

Tasso (Torquato) ein sehr berühm-

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ter italienischer Dichter. Er schrieb il Goffredo oder Ia Gierusalemme conquistata: il Rinaldo; le sette Giornate del mondo creato; Torris mondo; Er lebte einige Jahre vor seinem Ende, welches 1595, erfolgte, in größter Armuth. Er bath daher seine Katze, in einem artigen Sonnet, ihm bey Nacht das Licht ihrer Augen zu leihen, weil er kein Geld habe, ein Licht zu kaufen, um seine Verse zu schreiben. Der Abt von Charnes, der auch die Antwort auf die Critique de la Princesse de Cleve verfertigt, hat sein Leben französisch beschrieben.

v. S.

III. Vermischte Nachrichten.

Auszug eines an die Gesellschaft eingeschickten Schreibens.

Außerordentliche Begebenheiten, in den kaiserl. königl. Erbländern, und noch dazu solche, welche den Mitbürger aufmerksam und vorsichtig machen können, verdienen ja vorzüglich eine Stelle, in Ihren Anzeigen. Ich nehme mir die Freiheit, Ihnen, und zugleich dem ganzen Publikum, einen Vorfall bekannt zu machen, der noch im Monat Merz sich ereignet hat, und mir, bey meiner Durchreise nach L ** vor einigen Wochen, nach allen seinen Umständen erzählet worden ist. Ich will Ihnen zuerst diese sonderbare Begebenheit umständlich, und nach der Wahrheit beschreiben; hernach um desto unterhaltender zu werden, ähnliche Beyspiele, auch aus der ungarischen Naturgeschichte anfuhren; und endlich mit einigen physikalischen Anmerkungen, meine Erzählung beschliessen

Die Begebenheit, die ich dem Publikum bekannt machen will, ist diese:

Ein Bauer aus Teplitz (*) gieng an einem Morgen in aller Geschäftigkeit auf seinen Acker, um das viele Schneewasser , welches seine schöne Saat ganz überschwemmt hatte, von dem Acker abzuleiten. Er grub zu dem Ende einen Graben, und mitten in der Arbeit erblickt er von ohngefähr, in der Mitte -seines Ackers, ganz oben auf der Saat, etwas liegen, welches in der Entfernung, ein Häufchen zusammengewundenen Strohes, oder dürren Grases, zu seyn schien. Der Bauer gieng ohne Verzug nach dem Orte hin, wo das Häufchen lag,

(*) Teplitz ist ein weitläufiger, ansehnlicher Marktflecken in der Zipser - Gespannschaft zu der Schafnicker Herrschaft gehörig; Es liegt in dem zweyten Proceß, ohnweit der XIII. Sadt Poprad oder Deutschendorf.

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mit dem Vorsatz, seine Saat von diesem Unrath zu reinigen. Aber wie erstaunete der Mann nicht, als er statt dürren Grases, ein glänzendes gelbes Metall, von beträchtlicher Schwere antraf. Es war ein ganz artig zusammen gewundener gelber Drath, von zweyfacher Gattung, dessen Zusammensetzung, nach der Erzählung des Bauern mit einer Krone, oder mit einer ungarischen Perlen-Haube viel ähnliches haben soll.

Der Drath, daraus die Hauptheile dieses so wunderbar zusammengewundenen Goldklumpens bestanden, ist ohngefähr so dick, als jderenige, welchen Belius, in seinem Prodromo p. 153. in Kupfer vorgestellt hat; der andere hingegen, welcher dazwischen, in allerhand Zierrathen eingeflochten gewesen, um vieles dünner, so ohngefähr, wie der gemeine Drath zu seyn pflegt.

Der Bauer trauete seinen eigenen Sinnen nicht, bey der Erhebung dieses Schatzes, und ganz betäubt, konnte er sich gar nicht entschliessen zu glauben, daß dieser so artig -zusammengewundene Klumpen Metall, Gold seyn sollte. Nein! so viel Glück vermuthete er nicht für seinen Stand. Er nahm indessen mit ganz kaltem Blute seinen Schatz, womit ihn der Himmel bey seiner Arbeit beschenkte, brachte ihn, nach geendigter Arbeit aus dem Acker, nach Hause, und setzte ihn zur Schau auf seinen Tisch.

Die Sache wurde gar bald im Dorfe ruchtbar, und seine Wohnung eben so geschwind mit Zuschauern angefüllt. Jeder, der diese Seltenheit betrachtete, brach davon ein Stückchen ab, um es den Seinigen wieder zeigen zu können. Der Wirth des Hauses sahe dem allen ganz gelassen zu; und weil er es noch immer nicht glauben wollte, Gold auf seinem Acker gefunden zu haben, so ließ er seine gefundene Krone (oder wie man es schon nennen will) immerhin bebrechen, und verstimmeln. Endlich besann er sich doch, und schloß seinen gefundenen und so zerstümmelten Schatz in den Kasten; nachdem ein ziemlich guter Theil schon weggekommen war.

Sein Bruder, der dieses gelbe Metall nicht ganz gleichgültig ansahe, wurde dabey immer aufmerksamer; gieng, ohne es jemand zu sagen, um doch der Sache gewiß zu werden, mit einem abgebrochenen Stückchen, zum Goldschmiede in die königl. ungarische Xlll. Stadt Georgenberg, und ließ es daselbst probiren. Hier erfährt er mit Erstaunen, daß es Gold, das allerfeinste Gold, ohne allem Zusatz sey. Er entdeckt dieses sogleich seinem Bruder, und beyde sind darauf bedacht, den gefundenen Schatz zu veräußern. Allein die Grundherren des Ortes erhielten davon Nachricht, und nah-

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men dieses Gold indessen in ihre Verwahrung. Sie schickten auch nach eingezogenem umständlichen Berichte, einen Ihrer Trabanten mit dem Bauern zugleich auf seinen Acker, ob nicht mehr von dergleichen Metall zu finden wäre. Und sie fanden wirklich noch ein Stück davon, am Gewichte beyläufig von einem halben Pfund.

Dasjenige hingegen, welches der Bauer Ihrer Verwahrung anvertraute, mag nach seiner Zerstümmlung noch ohngefähr zwey und ein halbes Pfund gewogen haben: denn für so viel giebt es der Bauer, nach seinem Augenmaaß an. Man liesse zwar auch den Acker aufs neue umackern, und recht durchsuchen, aber es fände sich nichts mehr. Ich habe den Klumpen Goldes nicht gesehen, denn er kam zu geschwind in Verwahrung, ich kann daher, weder seine eigentliche Gestalt gehörig bestimmen, noch auch darüber ein entscheidendes Urtheil fällen: ob das gefundene Gold, aus der Erde gewachsenes, oder nur in des Bauern Acker zufälliger Weise, von undenklichen Zeiten her eingegrabenes Gold sey. So viel ist indessen gewiß, der Bauer hat seinen Acker zur gehörigen Zeit selbst geackert, eingesäet, und geegget, aber damalen auch nicht eine Spur davon wahrgenommen. Und im Frühjahr darauf, da seine Saat schon aufgegangen war, findet er einen so herrlichen Schatz, oben auf seiner Saat liegen.

Das ist die Begebenheit, welche der Grafschaft Zipß ein kleines Ansehen giebt , aber auch dabey verdient, dem aufmerksamen Publikum bekannt gemacht zu werden. Das gefundene Gold möge im übrigen gewachsenes, oder nur in die Erde eingegrabenes Gold seyn; so will ich doch zur Unterhaltung der Leser, nächstens eine kleine Abhandlung Ihnen einzuschicken die Ehre haben, darinnen verschiedene Beyspiele, von wirklich in Ungarn aus der Erde gewachsenem Golde, nebst einigen physikalischen Anmerkungen vorkommen werden.

A. E. v. H.


In Wien zu haben in der Baderischen Buchhandlung neben dem Todtenkopf in der Bognergasse.
Topic revision: r4 - 05 Apr 2011, AgostonBernad
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