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III. Jahrgang, XV. Stück, den 14. April 1773.

I. Wissenschaften.

Fortsetzung des Auszuges aus den Nachrichten von den Eisbergen in Tyrol, des Hrn. Joseph Walchers, aus der S.J.

V. Von dem gefährlichen Zustande des Rosnersees.

Hievon sagte der Herr Verfaßer, nachdem er die Ursachen der billigen Furcht für einer bevorstehenden Gefahr, vorgestellet, und die vorsichtige Sorgfalt, ihr zu begegnen, entschuldiget hat. „Will man von der drohenden Gefahr ein gegründetes Urtheil fällen, so darf man nur einen Blick auf die ungeheure Grösse des beschriebenen Eisdammes, zurück werfen, und zugleich die Beschaffenheit des Thales, in Betrachtung ziehen.

Das Thal zieht sich gleich hinter dem Eisdamme in so enge Schranken zusammen, daß es bis Kofen hinab, nicht viel über 5, und an vielen Orten, kaum 2. oder 3. Klafter breit ist; da es beständig zwischen Felsen fortläuft, welche 16. und mehr Klafter hoch sind.

Nun ist es eine Unmöglichkeit, die allen in die Augen fällt, daß der ganze Eisberg auf einmal schmölzen sollte: würde er aber, welches nicht wahrscheinlich ist, von dem Seewasser weggerißen werden, so läßt der enge Weg, durch das Koferthal, noch hoffen, daß sich das weggerißene Eis zwischen den Felsen alsobald sperren, gleich wieder einen neuen Damm anlegen und das Wasser so zurück halten werde, daß es niemal zugleich ausbrechen könne. Die Furcht aber, daß nicht endlich das Seewasser die Höhe des Dammes erreiche, scheint übertrieben zu seyn: indessen wird doch, bey allen diesen Gründen, das

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Oetzthal von der Gefahr nicht losgesprochen.

VI. Von dem Zustande des Rosnersees in vorigen Seiten.

Das erstemal, so viel man zuverläßig weiß, hat sich dieser Eissee angesetzt im Jahre 1599. aber nur durch zwey Jahre gedaueret. In dem ersten gleich darauf folgenden Jahre, soll er ausgebrochen seyn, und eine schädliche Ueberschwemmung verursachet: im Jahre 1601. hingegen, sich wieder gesammelet, jedoch langsam, und ohne besondern Schaden, verlohren haben.

Das zweytemal, sammlete er sich 1677. im Herbstmonate: er dauerte einige Jahre hindurch, und nahm in den Sommermonaten ab, in den Herbst- und Wintermonaten aber wuchs er wieder an. Im Jahre 1678. soll sowohl das Oetzthal, als das Inthal überschwemment worden; indessen diese Ueberschwemmung, so viel sie den äußern Theil gegen das Inthal betroffen hat, mehr dem wüthenden Fischbache, als dem Fernersee, zuzuschreiben gewesen sey. 1679. hat keines von beyden Thälern Schaden gelitten. 1680. sollen in dem Oetzthale viele Häuser, Brücken, Wege, Straßen, und Felder, zu Grunde gerichtet worden seyn: doch hat sich das ausbrechende Fernwasser, dazumal über das Oetzthal hinaus erstrecket. 1681. ist kein Schade zugefüget worden.

Das Eis, welches nach dem letzten Austritte des Sees zurückgeblieben ist, hat über 30 Jahre noch fortgedauert; das letzte davon soll erst 1712 eingefallen, und gänzlich geschmolzen seyn.

Das drittemal fieng dies Wassersammlung 1771. an. Man macht aus den vorigen Beyspielen den Schluß, daß sie nur wenige Jahre dauern werden. Ihre Entstehung konnte man lange vorsehen. S. 35. Ein alter erfahrner Mann, welcher sich des vorigen Sees noch erinnerte, und die Bewegung des großen Ferners oder dem Kofenberge öfters beobachtete, soll schon vor mehr als 20 Jahren, die Einwohner des Thales versichert haben, daß sie, so lange das Eis nur aus einem Thale hervorkömmt, nichts zu befürchten: wenn aber auch die andern Thäler anfangen würden, sich ihres Eises zu entladen, in kurzer Zeit wiederum einen Fernersee zu gewarten hätten.

II.

Fortsetzung der Geschichte der deutschen Sprache in Ungarn, samt ihren verschiedenen Dialekten.

§. 8. Bald darauf wurden neue sächsischen Kolonien nach Ungarn eingeladen, und zwar darum, daß sie als verständige Bergleute, in den ungarischen Bergwerken arbeiten,

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und die kriegerischen, in solchen Werken unerfahrnen Ungarn, in dieser Kunst, unterweisen sollten; welche, nachdem sie sich in Ungarn zusehens vermehrten, bey ihren Bergwerken, Städte zu bauen anfingen, die noch heut zu Tage die niederungarischen Bergstädte genennet werden: als Kremnitz, Schemnitz Neusohl, Libeten, Diln, Königsberg, und Pukanz. Der Anfang dieser gesammten Städte, ist in das 13te Jahrhundert zu setzen. Diese Kolonien waren unserm Vaterlande von einem sehr großen Nutze, und die Könige von Ungarn beschenkten sie, wegen dieser ihrer Verdienste, mit den vorzüglichsten und schönsten Privilegien.

§. 9. Zu gleicher Zeit, sind auch die andern sogenannten kleinen Bergstädte, in Oberungarn, in der Grafschaft Zips, von deutschen Kolonien, die jedoch keine Sachsen waren, theils erbauet, theils aus ihren vorigen Ruinen hergestellet worden. Unter diese rechnet man die uralte Bergstadt Gölintz, welche, so viel man aus alten Urk'unden ersehen kann, im dreyzehnten Jahrhundert, schon berühmt und ansehnlich gewesen ist. Die Bergstadt Schmölnitz, Stoß, und Schwedler: in der ersten, hat seit mehrern Jahren, das k.k. Oberamt seinen Sitz. Ferner Krompay, Wagendrüßel, und Einsiedl: dann in Gömörerkomitat die Bergstadt Rosenau, ein Eigenthum des Erzbischofs von Gran; und im Abaujvarer Unter- und Ober-Metzenseufen. Man sehe hiervon David Fröhlichs Medullam Geographicam p. 355.

§. 10. Außer diesen erwähnten Städten und Marktflecken, sind zu dieser Zeit, auch schon in den Städten, die an den Ufern der Donau liegen, deutsche Einwohner gewesen. In Preßburg und Oedenburg, sind von undenklichen Zeiten, deutsche Bürger gewesen, welches daher erhellet, weil diese beyde Städte, nach dem besten Geschmack der Deutschen, erbauet sind. Aventinus sagt in seinen neu bayerischen Jahrbüchern, lib. 4. 5., daß die Städte samt ihren Marktflecken, die an dem Fluße Leitha oder Litha liegen, dem Marggrafen von Oestreich zugehöret hätten; sie wären aber von Heinrich dem II. römischen Kaiser Stephano dem I. Könige von Ungarn zurück gegeben worden: welche alsdann wieder Aba, oder wie er ihn nennet, Ovo, König von Ungarn, Heinrich dem III. abgetreten habe. Man hat aber nicht nöthig, immer auf das Zeugnis Aventini sich zu beruffen. Es ist zwar wahr; er ist ein glaubwürdiger Schriftsteller, nur hat er sehr oft in der ungarischen Geschichte recht vorsätzlich gefehlet.

§. 11. Selbst in der Hauptstadt Ofen hat es nie and deutschen Bürgern gemangelt, die von den ungarischen Königen mit den größten Freyheiten und Ehrenstellen sind beschenket worden, welche sie aber, nur

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gar zu oft, übel angewendet haben. Beyspiele davon finden wir im Bonfinio Dec. III. lib. IV. p. m.410. und Dec. II. lib. IX. p. 317. Zu welcher Zeit sie aber dahin gekommen, kan man nicht so genau bestimmen. So viel glaube ich, daß seit den Zeiten des H. Stephanus, Deutsche, und Italiäner immer in Ungarn gewesen sind; welche er deswegen in Ungarn kommen ließ, damit sein rohes und noch gar zu ungesittetes Volk, das erst kürzlich, den heidnischen Glauben verließ und den christlichen annahm, von ihnen, Künste und Wissenschaften erlernen sollte, dadurch alsdann ihre Sitten gemildert und verbessert würden.

§. 12. Aus allen diesen, was ich bereits angeführet habe, erhellet klärlich daß die deutsche Nation in diesen Gegenden, schon in den ältesten Zeiten, gleichsam zu Hause, und folglich auch ihre Sprache von undenklichen Jahren in unserm Vaterlande üblich gewesen sey. Und daß viele Familien, theils durch die Vortreflichkeit des Königreichs selbst gereitzt worden, ihre Wohnungen in Ungarn zu errichten; theils aber auch von den ungarischen Königen, aus vielen wichtigen Ursachen, nach Ungarn sind geruffen worden, welche, nachdem sie sich einige Zeit in diesem blühenden Reiche aufgehalten, und das Gute des Landes geschmecket haben, bewogen wurden, bey uns zu bleiben.

§. 13. Und noch heut zu Tage sieht man viele aus dem schwäbischen und fränkischen Kreise Deutschlandes, herbey eilen, die die öden und wüsten Plätze unseres theuersten Vaterlandes, besetzen, und wohnbar machen. Und wie bevölkert ist nicht bereits durch sie die Tolnenser Gespannschaft, und viele andere Oerter mehr, geworden! so daß, da vorhin nichts als Wüsteneyen, und öde Plätze, sich dem Reisenden darstellten, nun ganze Marktflecken, Dörfer, und bebaute Felder dem Auge sichtbar werden.

II. Abschnitt.

Von den verschiedenen Dialekten der deutschen Sprache in Ungarn.

§. 1. Die Dialekten der deutschen Sprache in Ungarn sind verschieden. Anders reden die Zipser, anders die Bergstädter, und wieder anders diejengigen, die an der Donau wohnen. Von all diesen dreyen Hauptarten, will ich etwas weniges bemerken, nd dabey jede Hauptart mit einem Exempel zu erläutern suchen.

§.2. Wenn man Fröhlichen in seiner Medulla Geographica p. 354., trauen darf, so kömmt die Aussprache der Deutschen in der Gespannschaft Zips, dem Meisnerdialekt in Sachsen sehr nahe. Und gewiß könnte man die Zipseraussprache mit dem größten Recht, die schönste und zierlichste nennen, wenn sie nicht mit starken Ver-

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zerrungen des Mundes, und lächerlichen Ausdehnungen, die an andern Orten ungewohnt sind, und nicht gehöret werden, behaftet wäre. Zu dieser Klasse rechne ich Leutschau, die Hauptstadt der XXIV. Regalium Civitatum , Käsmark, Eperies, Kaschau, Barthfeld, und Zeben; obgleich selbst in diesen Städten, ein großer und merklicher Unterschied wahrzunehmen ist. Die Leutschauer haben eine etwas klärere und zärtlichere Aussprache, die Käsmarker, Eperieser und Kaschauer eine härtere; und von diesen unterscheiden sich wieder sehr stark, die Barthfelder, und Zebner. Eben dieses kann auch von den XIII. Städten gesagt werden; wovon wir in einen der vorigen Blätter einige Erwähnung gemacht haben, und deren Beschreibung wir nächstens umstäntich liefern werden. Es trift aber auch bey den übrigen erst angeführten Bergstädten zu: an welchen man gemeiniglich dieses bemerken wird, daß sie das a in o verwandeln, und anstatt des r am Ende, einen beliebigen Selbstlauter annehmen.

§. 3. Von diesen letztern will ich folgendes Exempel, aus Bubenka Rechenbuch, welches An. 1689. zu Leutschau gedruckt worden, anführen, das er am Ende desselben beydrucken ließ. Es ist solches ein Gespräch zwischen zween Bauern, die er A. und B. nennet. Es lautet wie folget.

A. Poz Schlapament, met Schlappnmet doal, izt schlandan biä doa, fon Nieda- Thoa, biß zun Oba-Thoa s' ös jo goa beit; p;ß biä on die Stott komm, bi an die Leut alle beck sön. (Spricht mit sich selbst.)

B. Hya doch, die beit ös aach fon hihna; biß zon Oba-Thoa?

A. Du thiaricha Bolosch bie beit? s'es jo gleych so beit fon Oba-Thoa piß zon Nieade-Thoa, as hihna piß zun Öba -Thoa.

B. Chjo, ych baas bol doß so beit ös, oba, bie palt komba piß duot hin?

A. Alspalt doß bie biaan duot sejn, so biaan bie schont piß duothin sejn komma.

B. Ey, ey! dos baas ich bol, oba, bie vil sejn bol aach Schrytt piß duothin? A. Ich baas nöt, bie missn sö zöhln. ic. ic.

Von dieser Art ist vorzüglich die Mundart der Mezenseufner, einer deutschen Kolonie, die sich nicht allein hierdurch, sondern, auch durch ihre Aemsigkeit, und durch die sorgfältige Beybehaltung der hergebrachten Kleidung, Gebräuche und Sitten, vor allen übrigen auszeichnet.

§.4. Die andern königlichen freyen Bergstädte, haben wieder eine andere Aussprache. Ehedem hatten sie

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die reine sächsische Sprache. Heut zu Tage aber reden sie zu Kremnitz, noch mehr aber, in den umliegenden Dörfern, als Kriekehayn, Hannshayn, sehr grob; in Schemnitz schon zierlicher, aber dabey sehr gezwungen und affektirt: am zierlichsten hingegen, und schönsten zu Neusohl; nur daß sie sehr stark mit vielen böhmischen Wörtern vermischt sprechen. Die übrigen Bergstädter haben böhmische oder vielmehr sklavakische Sitten sammt Sprache angenommen.

§. 5. Die Bewohner der Städte, die an den Ufern der Donau sind, reden meistens so, wie die Oestreicher. Doch unterscheidet sich beynahe jede Stadt von der andern, merklich in vielen Wörtern. Diese Verschiedenheit wird ein fleißiger Beobachter sehr genau merken, wenn er durch die Städte, Preßburg, Somerein, Ungarisch-Altenburg, Raab, Komorn, Gran, Waizen, Ofen, und Pest reisen wird. Ich will einige zur Erläuterung anführen: als in Preßburg: hot sichs wuhl, für, ey ja wohl: Muzzen, bedeutet bey ihnen bey ihnen die Todtenbaar; Voder, sprechen sie, anstatt Vater, Muder, anstatt Mutter; Pui, anstatt Bube, warzing anstatt wahrlich, u. d. g.

§. 7. Dieser isst der Hauptriß einer Geschichte der deutschen Sprache, samt ihren vielen und verschiedenen Dialekten in Ungarn. Vielleicht wird dieses einigen zum Anlaß dienen; diesen Gegenstand in seinen

Theilen genauer zu bearbeiten, und richtig zu bestimmen.

J. S. K. Th. C.

III.

Fortsetzung der Nachrichten von den Wieliczker Salzgruben.

Das zweyte Blatt unserer Wieliczker Charten hat diese Aufschrift: Delineatio primae Salis fodine Wielicensis. Auf pohlnisch: Wizerunk Zupy Wiehckcy pierwszej.

Es zeiget dieses Blatt an, die erste Etage, in den Wieleckker Salzgruben, sowohl im Grundriße, als auch in dem Perspektiv. Und von den beeden Seiten der Charte ist ein Verzeichniß, in pohlnischer Sprache, alles dessen, was darauf vokömmt, unter den Haupttitel: Rerester Komar, Szybow, Dzial, Kasiow, y inizich przpackow zudodwny, Zupy Wielickey pierw zey, d.i. Regieter, derer Kammern, Schächte, wüsten Zechen, großen Kästen und andern wunderbaren Vorfälle, auf dieser Charte, der ersten Wieliczker Salzgruben. Das nämliche ist auch bey den folgenden zwey Charten, nur mit dem dabey nöthigen Unterschiede angebracht; daher wir es nicht mehr nöthig haben, bey der Beschreibung derselben anzuführen.

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Die perspektivische Zeichnung auf diesem Blatte, stellt vor die verschiedenen Arten, wie in den Salzgraben gearbeitet, das ausgehauene Salz in Stücke geschlagen, in die Fäßer eingepackt, und vermittelst der Pferde zum Förderungsschachte fortgeschleppet wird. Hier erblicket man eine Menge von Arbeitern, in voller Geschäftigkeit, einen jeden mit seinem Werkzeuge, und an dem, ihm angewiesenen Orte. Außer dem stellt diese Zeichnung auch vor; wie die Bergleute ehedem an der Leine, in die Gruben eingefahren sind; welches aber itzt nur von denen Beamten geschieht; imgleichen, wie die Pferde, deren man sich unter der Erde bedienet, um die Lasten, bis zum Förderungsschachte, fortzubringen in großen Kästen eingesenket worden. *) Es befinden sich deßwegen daselbst, in diesen tiefen unterirdischen Werkern an drey verschiedenen Orten, Stallungen, allwo, nach Beschaffenheit der Umstände , 50. Pferde, mehr und weniger, unterhalten werden; nicht weniger Magazine, für die Fässer mit Salz, oder zum Heu, und andern Futter, für die Pferde. Sind die Pferde einmal unter die Erde gesenket, so bleiben sie daselbst so lange , als sie nur brauchbar sind, doch werden sie zuweilen auch, nach Beschaffenheit herausgezogen je nachdem man es für gut befindet.

Das Steinfalz wird, wie in Steinbrüchen, mit eisernen Keulen abgelöset; doch mit dem Unterschiede, daß man es vorher verschrämmet. Es ereignen sich vielmals Wände, von 200, und mehr Centnern, wovon runde Stücke, zu 5. 10. 20. 30. auch 40. Centnern schwer gehauen, nach dem Gewicht verkauft, und Balwans genennet werden. Der Abgang von Salz wird in die Fässer fest gepackt, und verkauft. Wenn von der Wand ein Stück, von 200, und mehr Centnern abgelöset wird, so pflegt man vorhero von kleinern Salzstücken ein ordentliches Bette zu machen, damit die abgeschlagene Wand ganz bleibe. Es wird hernach diese Salzwand, wie wir schon angemerket haben, in die nöthigen Theile getheilet, und zu besserer Handthierung rund formiret; so daß vier Männer, auch 50 Centner mit sehr leicht Mühe , zuweilen mehr als 100. Klafter weit, unter die Schächte wälzen können. Alles dieses ist in der perspektivischen Zeichnung dieses, und der folgenden Blätter sehr deutlich und akurat vorgestellt.

Anfänglich ist dieses Werk nicht regelmäßig gebauet, sondern erst nach dieser Aufnahme, durch neue Einrichtungen verbessert, und in denjenigen Stand gesetzet worden, in welchem es für die königliche Schatzkammer, so einträglich geworden. Denn allein

*) Itzo werden die Pferde, auf die Art, wie in die Schiffe, eingesenket.

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für die Rechnung Sr. Majestät des Königes von Pohlen, wurden jährlich bis 300,000. Fäßer Salz ausgearbeitet; das übrige war für den Adel, welchem ein gewisses Quantum ausgesetzet ist, und welcher nicht mehr, als die Ausarbeitungsunkosten, nemlich 6. pohlnische Gulden oder 1 Rthlr. zahlte.

Das dritte Blatt unter der Aufschrift: Delineatio secundae Salis fodinae Wieliccnsis, Vizerunk Zupny Wielickey wtorey, stellt vor, die zweyte Etage, welche mit der ersten und dritten, durch Schächte, in Kommunikation stehet. Die perspektivische Zeichnung zeiget, daß daselbst eben solche große ausgehauene Zechen, als in der ersten sich befinden; welche durch Pfeiler unterstützet*) und in Ermanglung derselben, zur nöthigen Unterstützung, große Stöße oder Kästen von Holz, angelegt werden müssen. Die Fürsten sind nicht in Gestalt eines Gewölbes, sondern so gleich und eben, wie eine Stubendecke Wenn durch die erste Charte bey Gora Buzenim; durch die zweyte, bey Szyb Buzenim, eine Nadel durchgesteckt wird, so ist zu ersehen, daß die Stadt ganz untergraben ist.*) und daß die Werker auf das allergenaueste aufeinander paßen. Dieses hat auch der Geometer, auf der vierten Charte, in einer kurzen Note angezeigt: Notandum, sagt er, quod opus, omnia loca subterranea , tribus hisce chartis expressa, perpend. culariter, qaoad amussim respondent, primae illi, in qua superficies cum Civitate Wieliccnsi delineata est.

Von der ersten Etage in die zweyte, sind nah der Zeit Treppen, über 10. Schuh breit, angeleget worden, über welche die Pferde, hinunter geführt, und zur Arbeit angetrieben werden.


*) In einigen Oertern, sind zur Unterstützung des Gebirges, mächtige Pfeiler von Salz gelassen worden. Die Gänge unter der Erde sind sehr geräumig und groß. In diesen derselben trift man Altäre und Kapellen an, die ins Salz oder feste Gebirge gehauen sind, und darinnen bey einem Krucifixe oder dem Bilde eines Heiligen, beständig Lichter unterhalten werden; wie dieses auch in der perspektivischen Zeichnung sehr schön zu sehen ist.

*) Es ist nicht nur die ganze Stadt schon untergraben, sondern es reichen auch die Gruben, von der einen Seite derselben, beynahe so weit hinaus, als die Stadt selbst groß ist.


In Wien zu haben in der Baderischen Buchhandlung neben dem Todtenkopf in der Bognergasse.
Topic revision: r5 - 05 Apr 2011, AgostonBernad
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