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Zeitschrift von und für Ungern

Hrsg. von Ludwig Schedius
Pest, Patzko, 1802

Band 1, Heft 1

II. Bücher-Anzeigen

Text b) (S. 121-124)

a) Ausländische Schriften


(P121)
Ueber Oestreichs Seeküste und Seeschiffahrt. - Nach einer Abhandlung über diesen Gegenstand, in der Skizze einer statistischen Schilderung des östreichischen Staats, neu bearbeitet von Joseph Freyherrn von Liechtenstern. Wien. 1802. Auf Kosten des Verfassers. - 32 S. gr. 8.
(P122)
Die Skizze einer statistischen Schilderung des östreichischen Staats, von Jos. Freyh. v. Liechtenstern, Wien. 1800. 202 S. 8. enthält ungemein viele, von unsern Geographen bisher entweder gar nicht, oder nur wenige beachtete Data zur genauern Kenntniß unsers Vaterlandes. Vorzüglich wichtig darin sind für uns auch die §§en, welche das ungrische Littorale betreffen, worüber wir noch in unsern geographischen Werken wenig Licht verbreitet finden werden. Gerade diesen Gegenstand, hat nun der unermüdet thätige gelehrte Verf. neuerdings, nach bessern, seit der Herausgabe seines vorhin erwähnten Werkes, erhaltenen Beytragen, einzeln vollständiger ausgearbeitet, wodurch unsere Landeskunde einen großen Zuwachs erhalten hat. Dahin gehören nun vorzüglich die in merkantilischer Rücksicht genauen Beschreibungen von Fiume, (S. 14. f.) Bukari (S. 16), Porto Re (S. 16, f.) Zeng ( S. 18 ), Carlopag o , (ebendas.), obgleich alle übrigen Bemerkungen über Oestreichs Seehandel für den ungrischen Statistiker auch äußerst wichtig sind, der Ungern's Zustand nicht nur isolirt, sondern auch in so ferne er von äußern Verhältnißen abhängt, betrachten muß. Alles ist aber so gedrängt vorgetragen, daß ein Auszug daraus nicht leicht möglich ist.

M. I. E. Fabri 's, Professors in Erlangen rc. Handbuch der neuesten Geographie für Academien, Gymnasien und jeden Liebhaber dieser Wissenschaft. Nebst einer Einleitung in die mathematische und physikal. Erdbeschreibung und einem vollständigen Register. Achte, verbesserte und vermehrte Auflage. Halle und Wien. 1801. 656 S. (ohne Vorrede und Register.) gr. 8.

Nach dem Zwecke unserer Zeitschrift darf sich unsere Beurtheilung dieses Werkes bloß auf die von S. 437-458
(P123)
laufenden §§en, welche nämlich Ungern mit feinen Nebenländern, und Siebenbürgen, in sich faßen, ausdehnen. Da nach der kurzen Vorrede zu dieser Auflage, das Hauptaugenmerk des Wiener Herausgeber's auch auf Berichtigung der Geographie von Ungern, und den damit verbundenen Ländern gerichtet war, so ist es desto mehr zu verwundern, daß eben darin noch so viele Unrichtigkeiten stehen geblieben sind, die aus den Büchern, welche S. 437 angeführt werden, leicht hätten verbessert werden können. Die Benennung: ungrisch - Illyrien, für: ungrisch-Dalmatien, Croatien und Slavonien, findet jetzt aus eben denselben Gründen in einer neuen Geographie nicht mehr statt, aus denen man Ungern nicht Pannonien, und Siebenbürgen nicht Dacien nennen kann, wenn man von neuerer Zeit spricht. Außerdem gehörte auch Croatien und Slavonien wohl nie zu Illyrien. (S. Engels Geschichte des ungrischen Reichs Th. II. 576 f. 581 f.) Daß aber gleich in der Aufschrift des §.19, Syrmien von Slavonien abgesondert erwähnt wird, ist auch nicht richtig, da Syrmien jetzt nicht mehr ein eignes Herzogthum, sondern nur einen Comitat von Slavonien ausmacht. Unter den Karten von Ungern sind gerade diejenigen, die wir bisher für die besten halten, und deren Ausgabe wir dem für die ungrische Literatur äußerst thätigen Hrn. v. Görög in Wien verdanken, nicht erwähnt worden. - S. 440 heißt es unrichtig, daß die kön. Freystädte, Vorrechte eines Magnaten haben; es sollte heissen: eines Edelmannes. Die Kreise in Ungern werden lateinisch nicht districtus, sondern circuli genannt. S. 442 muß der Name: Neusohler Gespannsch. in: Sohler Gespannsch. verändert werden. - S. 448 muß statt Vatscher und Bogroder ( sic ) Gespannsch. die vereinigte Batsch-Bodroger Gespannsch. stehn. -
(P124)
Der Fluß Sadwa S. 445 wird eigentlich Zagyva geschrieben. - Die Sarander Gespannsch. S. 443 gehört nicht mehr in die Zahl der politisch für sich existirenden Comitate, da sie im Jahre 1744 der Arader einverleibt wurde. (S. neues ungr. Magazin I. 109). Zu Ungrisch Dalmatien rechnet der Herausgeber S. 448, ganz frey auch das vormalige Venetianischee Dalmatien; welches doch bisher eine davon ganz abgesonderte Provinz ist.
Topic revision: r7 - 13 Aug 2012, KatalinBlasko
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