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Bl\xE4ttern: < IV. Jahrgang, VII. St\xFCck -
IV. Jahrgang, IX. St\xFCck >
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IV. Jahrgang, VII. St\xFCck (Druckfehler; VIII. St\xFCck), den 23. Horn. 1774.
I. Numismatik.
Da\xDF die Numismatik, eine der vornehmsten H\xFClfsmittel der Geschichtskunde sey, ist so ausgemacht, da\xDF nur derjenige, der hierinn ganz unwissend ist, davon einen Beweis fordern kann. Ist aber die M\xFCnzkunde ein so vortrefliches H\xFClfsmittel zur Geschichte, so ist die M\xFCnzsammlung und das M\xFCnzkabinet wieder das bequemste und beste H\xFClfsmittel zur M\xFCnzkunde. Dieses aber ist nicht die Sache eines jeden. Es erfordert, wenn es nur einigermassen vollst\xE4ndig und betr\xE4chtlich seyn soll, Geld und Verm\xF6gen, welches, wie die Erfahrung lehret, bey denen, die sich aus wahrer Neigung, und in Absicht auf die \xFCbrigen, dazu erforderlichen Einsichten und F\xE4higkeiten, mit dieser sch\xF6nen Wissenschaft am besten zu besch\xE4fftigen im Stande sind, gemeiniglich am wenigsten zu Hause ist. Und wie schlecht w\xFCrde es demnach mit dieser so vortreflichen Wissenschaft annoch aussehen, wenn die M\xFCnzkabinete der F\xFCrsten und anderer hohen und vornhemen M\xE4cenen, der n\xF6thigen Excolirung, Aufkl\xE4rung und Erweiterung dieser eben so n\xFCtzlichen, wie anmuthigen Wissenschaft von Zeit zu Zeit nicht zu statten gekommen w\xE4ren, und auch noch immer mehr, sehr wohl zu statten k\xE4men. Doch giebt es auch eine Art von M\xFCnzkabineten f\xFCr geringe und geldarme Freunde dieser Wissenschaft; welche, so wenig bedeutend sie auch immer, ihrem innerlichen Werthe nach, seyn m\xF6gen, in Absicht auf den Gebrauch, den man davon f\xFCr die Geschichtskunde machen kann, dennoch beynahe eben den Nutzen, als die kostbaresten M\xFCnzsammlungen in Gold und Silber schaffen. Ich meyne, wie man es leicht errathen wird, die Sammlung richtiger Kopien von Originalm\xFCnzen, in Papier, Sigellack, Gips, Bley und andern Materien, durch Abzeichnung, Abdruck, Gu\xDF, und andere nur immer m\xF6gliche Arten solcher M\xFCnzkopirun-
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gen Denn so, wie, in der Diplomatik, ein richtiges Apographum, eben so gut, als das Originaldiplom genutzet, und inder Hand des Mathematikers der Zirkel und die Regel von Holz, eben so gut, als von einer Materie von gr\xF6\xDFerm Werth gebraucht werden kann; so ist es auch mit den richtigen, obgleich in R\xFCcksicht auf die Materie, daraus sie bestehen, ganz schlechten Kopien kostbarer Original - Gold- und Silberm\xFCnzen beschaffen. Verschiedene Gelehrte und zum Theil gro\xDFe M\xE4nner, haben sich daher die M\xFChe nicht reuen lassen, von bequemen und leichten Abdr\xFCcken und andern Abkopierungen der M\xFCnzen, aus eigenen Versuchen und Erfahrungen, schriftliche Nachrichten zu geben, um dadurch, theils bey verm\xF6genden Freunden und Liebhabern dieser Wissenschaft den Mangel kostbarer M\xFCnzkabinete einigermassen ersetzen, theils, bey vornehmen und reichen Besitzern derselben, die L\xFCcken ihrer Sammlungen auf eine bequeme Weise ausf\xFCllen zu helfen. In dem IVten Bande des Hainburger Magazins S. 261. u. f. werden aus dem Engl. Philosophical Transactions des Herrn v. Baker hieher geh\xF6rige Anweisungen mitgetheilet; anderer solcher Nachrichten, und besonderer davon handelnder Trakt\xE4tchen nicht zu gedenken. Wir wollen eine solche besondere Art der M\xFCnzabkopierung, die vor andern ganz leicht, und doch sehr richtig ist, bekannt machen, in der guten Meynung, einem oder dem andern Freunde der M\xFCnzkunde, dadurch einen kleinen Vortheil in diesen anmuthigen Bem\xFChungen zu verschaffen. Die Veranlassung dazu hat der ber\xFChmte Herr P. K. ** y vor einigen Jahren, bey seinem Aufenthalte in E. -- gegeben. Unter andern m\xFChsamen Besch\xE4fftigungen, bey seinem gelehrten Freunde, dem um die vaterl\xE4ndische Geschichte, auf mehr, als eine Weise, sehr verdienten w\xFCrdigen Hrn. S. Sz. de D. war die Abkopirung einiger hier vorgefundenen alten raren M\xFCnzen, f\xFCr ihn der angenehmste Zeitvertreib. Er kopirte sie mit Stannion oder Spiegelfoli, und brachte diese Kopien sodann auf Gips, so da\xDF der Avers und Revers einer jeden M\xFCnze, wie bey der Abzeichnung in zween besondern Theilen vorgestellet wurde. Da man die Unbequemlichkeit dieser Abkopirung sahe, so verfiel man auf andere Versuche, und ein hiesiger, von Natur zu allerhand mechanischen und andern \xE4hnlichen Handgriffen, sehr geschickter Mann, Herr Mark. Thomasi, Direktor Chori und Kollega bey der Schule zu Eperies brachte endlich nach verschiedenen Bem\xFChungen eine Art der Abkopirung heraus, die ungemein leicht, akkurat und einer genauen Beschreibung in diesen Bl\xE4ttern gar nicht unwerth ist. Hier ist sie nach dem eigenh\xE4ndigen Aufsatze, den er uns auf Begehren davon gegeben hat.
,,Zur Abkopirung einer M\xFCnze, nach meiner Art, mu\xDF zuf\xF6rderst ein sogenanntes Stannion oder Spiegelfoli von mittelm\xE4\xDFiger
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Dicke erw\xE4hlet werden; welches, wenn es nach der Gr\xF6\xDFe der abzukopirenden M\xFCnze, rund, oder in Quadrat, doch, wie es das Umschlagen um die M\xFCnze, und ihren Rand erfordert, allezeit in einer etwas gr\xF6\xDFern Fl\xE4che, dazu abgeschnitten worden, ganz genau und mit m\xF6glichster Akkuratesse auf die M\xFCnze geleget, und durch das Ueberschlagen um den Rand, daran fest gemacht wird; worauf mit einem kegelf\xF6rmig mehr rundflach, als spitzig gedrechselten und dazu aptirten Beine, welches in ein leinen Tuch gefa\xDFt worden, die Oberfl\xE4che der Spiegelfolie an dem Avers der M\xFCnze, auf welchem es zuerst am besten zu appliciren, mit n\xF6thiger Behutsamkeit so lange angeriben wird, bis alles, auch die kleinsten Z\xFCge und Bilder vollkommen, dargestellet ist, und die am Rande mit dem Stannion gemachten Falten mit dem Beine ausgegl\xE4ttet worden. Hierauf, wenn dieses geschehen, nimmt man ein Brettchen von ohngefehr 1/4 Zoll in der Dicke, die L\xE4nge u. Breite sind willk\xFCrlich, und dr\xFCckt nach Proportion der M\xFCnze, ein St\xFCck von wei\xDFem T\xF6pferthon darauf, in welchen die M\xFCnze, nebst dem daran befestigten Abdrucke, hineingesenket wird; nachdem vorhero das unn\xF6thige Stannion dermassen mit einem scharfen Messer abgeschnitten worden, da\xDF der Rand dennoch ganz bleibet. Weil der Thon durch das Eindr\xFCcken der M\xFCnze etwas von einander gehet so mu\xDF derselbe ringsherum seitw\xE4rts zusammengedr\xFCckt, und oben mit dem Beine oder andern dergleichen Werkzeuge gerade und gleich gemacht werden, also zwar, da\xDF man keinen Ri\xDF oder Loch zwischen dem Thon und der eingsenkten M\xFCnze bemerke. Wenn dieses verrichtet, kehret man das Brett, samt dem darauf klebenden Thon, und eingesenkter M\xFCnzen um, schl\xE4get mit einem Schl\xFC\xDFel oder Hammer ganz sachte darauf, bis die M\xFCnze herausf\xE4llet, und so bleibet der Abdruck samt dem Rande in dem Thon. Mit dem Revers wird alsdann wirderum so verfahren, nur mit dem Unterschied, da\xDF man, anstatt die M\xFCnze mit dem Abdruck wie bey dem Revers, in den Thon, auf dem Brett, hineinzusenken, denselben nur auf die M\xFCnze mit dem Abdruck aufdruckt, und ein Z\xE4pferl daran macht, da\xDF man die M\xFCnze f\xFCglich fassen kann; die unn\xF6thige Spiegelfolie wird wieder weggeschnitten, und auch der Rand, wenn vorher kreuzweise vier Z\xE4hne geschnitten werden, n\xE4mlich vier solche Theilchen des Randes, die etwa eine Zahnbreite haben, welche, wenn die Zwischentheile des Randes weggeschnitten worden, daran bleiben, und etwas einw\xE4rts gebogen werden m\xFCssen, damit man diesen Theil des Abdruckes um so bequemer, auf den andern legen k\xF6nne. Wenn solches geschehen, schl\xE4gt man nur mit der andern
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Hand, auf diejenige, in welcher man den Abdruck des Revers in dem aufgedr\xFCckten Thone h\xE4lt, so f\xE4llet die M\xFCnze wieder heraus, und der Abdruck bleibt im Thon zur\xFCck. Darauf l\xE4\xDFet man an einem gelinden Feuer oder Kohlen, wei\xDFes Wax zerschmelzen, und gie\xDFet solches nicht allzuhei\xDF in den Theil des Abdruckes, welcher im Thon eingesenket lieget, sodann nimmt man bey dem gemachten Z\xE4pfel den andern Theil, und setzet ihn geschickt auf den ersten, und l\xE4\xDFet es verk\xFChlen. Damit der Abdruck nicht verkehrt ausfalle, und alles akkurat aufgeleget werde, macht man sich im Thon die n\xF6thigen Zeichen, und damit der fertige Abdruck um so reiner aus dem Thone herausfalle, kann man ihn vorhero mit einem Fett bestreichen.
Wir k\xF6nnen, aus eigener Erfahrung, versichern, da\xDF diese Abkopirung ungemein leicht und gut sey. Man kann sich auf solche Weise, ohne besonberer M\xFChe und mit einem Aufwand von ein Paar Gulden eine betr\xE4chtliche Sammlung der sch\xF6nsten Kopien von den raresten Originalm\xFCnzen, oder ihren Abg\xFC\xDFen, in Zinn und Bley sammeln, welche, wenn sie nur an einem k\xFChlen Orte aufbehalten werden, sich wohl konserviren lassen, und so sch\xF6n aussehen, da\xDF das Auge bey dem ersten Anblick, was anders zu sehen vermeynet, bis der Irrthum durch das Gef\xFChl verrathen und entdeckt wird.
K. — I.
II. Ungarische Geschichte.
Fortsetzung der merkw\xFCrdigen Begebenheiten der k\xF6nigl freyen Stadt K\xE4smark.
\xA7 7.
Da die B\xFCrger diesers Stadt so vielen Schaden erlitten hatten: so erneuerte K\xF6nig Sigismund die Freyheitsbriefe derselben, und befreyete sie vom Drey\xDFigst. In dem n\xE4mlichen Jahre schnekte ihnen dieser K\xF6nig, propter fidelia servitia, die Oberzueil in Ror, mit dem Landgut Grad-Rokusch. Er gab ihnen auch einen Schenkungsbrief \xFCber das Dorf Forburg, welches die Stadt angeleget hatte; woraus abzunehmen, da\xDF dieses Dorf im eigenen Territorio dieser Stadt liege.
\xA7 8.
Von Mathia Corvino, K\xF6nige in Ungarn, erhielt diese Stadt im Jahre 1464. den Flecken Kis-Szalok, eine halbe Stunde von der Stadt, und zwar auch wegen der geleisteten treuen Dienste. Dieses Dorf ist per defectum seminis Johannis Toporsz ad fiscum regium gekommen, und durch Emerici deZapolya, Gubernatoris Bosniae, Dalmatiae & Croatiae, nec non Bani Slavoniae Empfehlung, der Stadt K\xE4smark perennali jure geschenket worden. Dieser K\xF6nig Mathias hat auch der Stadt
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die armales, cum privilegio juris gladii, depositorii & nundinarum ac fororum wie auch exemtionem a Tricesima verliehen. Und dieses findet man in den Freyheitsbriefen Alberti und Vladislai.
\xA7 9.
Unter den hu\xDFitischen Unruhen, wie auch w\xE4hrend des Krieges, zwischen dem K\xF6nig Mathias und der Krone Pohlen, ist innerhalb den Stadmauern bey dem Nieder- oder bey dem pohlnischen Thore, ein Schlo\xDF, wider die Einf\xE4lle der Hu\xDFiten und Pohlen auf der Stadt Grund und Boden erbauet worden. In diesem Schlo\xDFe ist immer ein k\xF6nigl. Hauptmann mit einer Besatzung gewesen, und die Zapolyische Familie hat diese Hauptmannsstelle viele Jahre behauptet.
\xA7 10.
Nachdem aber die Zapolyische Familie im Lande sehr m\xE4chtig geworden ist, so hat sich Johannes Zapolya nach der ungl\xFCcklichen Schlacht bey Mohatsch, und des dabey erfolgten Todesfalls des K\xF6nigs Ludwigs des II. zum K\xF6nige von Ungarn aufgeworfen, und die Stadt K\xE4smark sammt dem Schlo\xDFe, wie auch vielen andern au\xDFer der Stadt befindlichen Grundst\xFCcken und Dorfschaften sich zugeeignet. Hierauf hat er solche einem pohlnischen Herrn, Hieronymo La\xDFky, Waywoden von Sayradien, sammt dem Schlo\xDF Dunwetz, wie auch des
Johannes Bersewitzy G\xFCter, wegen der, ihm geleisteten Dienste \xFCbergeben.
\xA7 11.
Dieses geschah im Jahre 1526. Alles aber wurde im Jahre 1530. mit gewaffneter Hand eingenommen. Er eroberte K\xE4smark, belagerte das Schlo\xDF Dunawetz, zwang dessen Besitzer Minkowitsch zur Uebergabe, und f\xFChrte ihn nach K\xE4smark, wo er so lange gehalten wurde, bis er gegen Empfang 6000 fl. dem La\xDFky seinRecht auf Dunawetz abtrat. Nach dem Tode Joannis Zapolya ist Hieornymus La\xDFky auf die Seite des rechtm\xE4\xDFigen K\xF6niges Ferdinand getreten. Er lie\xDF sich alsdann zu einer Gesandschaft an dem T\xFCrkischen Hofe brauchen. F\xFCr diesen Dienst erhielt er vom K\xF6nige Ferdinand \xFCber alle diese G\xFCter eine Donation, wie auch \xFCber das Schawniker Territorium. Dieses lie\xDF er sich im Jahre 1539. \xFCbergeben. Doch geschahen bey dieser Uebergabe viele Widerspr\xFCche.
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Dieser Hieronymus La\xDFky besch\xFCtzte die Stadt K\xE4smark wider die Stadt Leutschau. Der Streit zwischen den zweyen St\xE4dten entstund wegen der Niederlagsgerechtigkeit. Die Leutschauer wollten behaupten, da\xDF alle, aus fremden L\xE4ndern, in Zip\xDF eingef\xFChrte Waaren, nach Leutschau gef\xFChret, und da erst entsiegelt werden sollten. Die K\xE4smarker aber woll-
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ten kraft ihrer Freyheitsbriefe, diese Niederlassungsfreyheit und die Entsieglung der Waaren f\xFCr sich behaupten. Zu allem Ungl\xFCck entstand zwischen Ferdinand dem I. und Joannes Zapolya wegen der Behauptung der Ungarischen Krone, die doch mit allem Rechte, dem Hause Oesterreich, kraft der vorhin schon gemachten Vertr\xE4ge, zugeh\xF6rte, ein Krieg. In diesen Unruhen wollten beyde, die K\xE4smarker sowohl, als die Leutschauer ihr Recht behaupten, daher zogen sie gegeneinander zu Felde, und schlugen sich tapfer herum.
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Etwas von diesem besondern Kriege: einmal kamen die Leutschauer am Lomnitzer Wege mit dem K\xE4smarkern zusammen, und die Leutschauer mu\xDFten sich mit Verlust 140. Mann zur\xFCckziehen. Das andremal kamen die Leutschauer mit St\xFCcken, und beschossen die Stadt K\xE4smark etliche Tage. Hierauf thaten die K\xE4smarker einen Ausfall, wurden aber mit Verlust einiger B\xFCrger zur\xFCckgetrieben. Die K\xF6pfe der Ueberwundenen haben die Leutschauer gleichsam zu einem Siegeszeichen mitgenommen. Das drittemal wurden die K\xE4smarker von den Leutschauern ohnweit Landeck geschlagen. Das viertemal zogen die K\xE4smarker gegen Leutschau. La\xDFky gab ihnen 400. Kosacken zur H\xFClfe, sie stellten sich ohnweit Neudorf, bey dem Kleinischen Hammer. Die Kosacken hingegen stellten sie in einen Hinterhalt Als ihren Anmarsch die Leutschauer erfuhren, zogen sie zu Pferd und Fu\xDF heraus, und nachdem sie auf die K\xE4smarker trafen, wichen solch bis zu ihrem Hinterhalt zur\xFCck. Hierauf thaten die Kosacken einen starken Angriff, trennten die Leutschauer Reuterey, und griffen mit gro\xDFer Wuth ihr Fu\xDFvolk an, wovon viele get\xF6dtet, und \xFCber 200. Gefangene nach K\xE4smark gef\xFChret wurden. Davon sind viele in dem dicken Thurme gestorben. Andere haben sich in ihrem Gef\xE4ngni\xDFe durchgraben wollen, sind aber bey der Badstube erwischt, und alsdann gek\xF6pfet worden. Dieser Streit wurde endlich, nachdem Ferdinand der I. rechtm\xE4\xDFiger K\xF6nig von Ungarn das Land behauptet, durch Vorbitte Hrn. La\xDFky bey Hofe, und folglich durch eine angeordnete Kommi\xDFion, so weit beygeleget, da\xDF beyde St\xE4dte in usu depositorii & disligationis verblieben sind.
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Unter diesen Unruhen mu\xDFten die K\xE4smarker ihrem Besch\xFCtzer Hieronymus Lasky ihr von dem K\xF6nig Mathias geschenktes Dorf Kisch-Szalok zur Nutznie\xDFung \xFCberlassen, welches er auch nebst etlichen H\xE4usern am Schlo\xDF, und au\xDFer der Stadt, nebst der M\xFChle, Langewald, Thiergarten, Rohrwiesen und andern Grundst\xFCcken, sich zueignete, nachdem er es zu der Stadt gr\xF6\xDFtem Nachtheil, ihrer Gerichtsbarkeit entrissen, und den Schlo\xDFg\xFCtern einverleibet hat: in-
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dem er sich eben propter Cessionem census den Herrn von K\xE4smark nennte; indessen schmeichelte er den B\xFCrgern, mit dem Vorbehalt ihrer Freyheit. Er versicherte sie auch, er wolle immer ihr gn\xE4diger Herr seyn, und verbleiben.
III. Landwirthschaft.
Von der Baumzucht.
Obgleich die Natur nur ihre eigene Wege betritt, und ihr Endzweck erst nach einer gewissen Zeit hervork\xF6mmt, und uns sichtbar wird; so sind doch viele Zeugnisse vorhanden, da\xDF man ihr durch Kunst und H\xFClfe schleunigen k\xF6nne. Wir wollen hier allein beym vegetabilischen Reiche stehen bleiben. Die Treibh\xE4user in den Lustg\xE4rten sind \xFCberhaupt Beweise hiervon Wir wollen aber auch den Liebhabern der Baumzucht eine gewisse Gattung einer vegetabilischen Mumie anzeigen, durch deren H\xFClfe nicht allein alle Arten von Obst, sondern auch von wilden B\xE4umen au\xDFerordentlich vermehret, und zum geschwinden Wachsthume gebracht werdne k\xF6nnen. Die Beschreibung davon ist zum Theil aus des ehemaligen Regensburgischen Stadtphysikus , Georg Andreas Agrikola seinem Versuche der Universalvermehrung aller B\xE4ume, Stauden und Blumengew\xE4chse genommen. Die Zubereitung dieser Mumie bestehet in folgendem; Man nimmt das reinste Pech, und hiervon ein Pfund, den vierten Theil guten Terpentin, thut beydes in einen starken unglasirten Hafen, und z\xFCndet es unter freyem Himmel an:sodann decket man den Hafen mit einer St\xFCrze zu, sollte es aufh\xF6ren zu brennen, so z\xFCndet man die Materie wieder an, so lange, bis die fl\xFCchtigen schwefelichten Theile hinweg rauchen. Die Probe, da\xDF sie genugsam gebrennet habe, ist, wenn die Masse auf zinnerne Teller gegossen bald trocknet, und mit leichter M\xFChe abgestossen werden kann. Hierzu wird nachgehends noch ein Viertelpfund reines Wachses, und etwa ein halbes Loth gestossener Myrrhen und Aloe gethan,, man l\xE4\xDFet endlich alles untereinander gut flie\xDFen, und macht entweder Zapfen daraus: oder es wird, wenn alles in einer blechernen Sch\xFCssel zerflossen, eine Leinwand durchgezogen, und zum Abk\xFChlen hingeleget.
Versuch, wie mit Zertheilung der Wurzel, vermittelst dieser Mumie, eine Universalvermehrung angestellet werden k\xF6nne.
Hierzu kann die Wurzel von allen Obstb\xE4umen, Weinreben, Zitronen, Pomeranzen ec. und wilden B\xE4umen genommen werden. Man nehme eine Wurzel, schneide sie oben und unten, wo die kleinen Wurzeln herausgehen, ganz oben: alsdann klebe oder \xFCberdecke man die gleichgeschnittenen zwey Ende mit dieser hier beschriebenen
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Mumie, und lege dieses St\xFCck Wurzel horizontal in die Erde, bedecke sie mit einer guten Erde, und drucke die Wurzel etwas fest ein. In kurzer Zeit wird sie sich allenthalben er\xF6ffnen, und kleine B\xE4umchen herf\xFCrtreiben, die in einem Monat nicht allein \xFCber einen Schub hoch wachsen: sondern auch neue Wurzeln schlagen werden.
Die zwote Art bestehet hierinnen: wenn man eine Wurzel in mehrere St\xFCcke, jedes eines Fingers lang zertheilet, beyde Ende an jedem Theil gleich schneidet, und mit dieser Mumie verwahret, sodann der L\xE4nge nach in die Erde setzet, da\xDF der d\xFCnnere Theil unter sich, und der dickere in die H\xF6he, etwa ein halbes Glied lang aus der Erde stehet; so schlagen sie in vier Wochen alle aus, und fassen \xFCberall auch neue W\xFCrzelchen. Auf diese Art k\xF6nnen alle Arten von B\xE4umen sehr geschwind vermehrt, und zum st\xE4rksten Wachsthum gebracht werden. Man will behaupten, da\xDF sogar auch Bl\xE4tter, mit oder ohne Augen, wenn der unterste Theil ihres Stieles mit dieser Mumie verwahret, in die Erde gesetzt und etwas fest eingedruckt wird, zu einem Baum erwachsen k\xF6nnen.
Wenn ein Hauptzweig in viele Theile zerschnitten (ohne jedoch diese vom Zweige, noch den Hauptzweig vom Stamme g\xE4nzlich zu sondern) und hierauf jeder Theil oben gleichgeschnitten, mit der Mumie verwahret, auch alle zusammen in die Erde gesenket werden: so erscheinen in Kurzem neue Sch\xF6\xDFlinge, und die abgesonderten Theile schlagen jeder eigene Wurzeln, worauf der Hauptzweig vom Baume abgel\xF6set, auch ein jeder Theil besonders dem fernern Wachsthum \xFCberlassen werden kann. Man siehet hieraus, da\xDF durch ein solches Unternhemen das Baumgeschlecht erstaunlich vermehrt werden k\xF6nnte.
Wir haben die Zubereitungsart dieser vegetabilischen Mumie haupts\xE4chlich in der Absicht hergesetzet, damit jene, welche sich mit der Landwirthschaft besch\xE4ftigen, und bequeme Gelegenheit dazu haben, Versuche damit anstellen. Welcher Nutze d\xFCrfte f\xFCr den Holzschlag, f\xFCr die W\xE4lder entstehen, wenn alles Angef\xFChrte seine Richtigkeit h\xE4tte, und Anstalten zur Vollziehung gemacht w\xFCrden: indem der Wachsthum der Baumarten selbst dadurch bef\xF6rdert werden k\xF6nnte; so da\xDF mancher Baum, der f\xFCnfzig Jahre, seiner Natur gem\xE4\xDF, zu wachsen hat, hierdurch diese n\xE4mliche Gr\xF6\xDFe in zehen und noch weniger Jahren erreichen w\xFCrde. Gewi\xDF ein gro\xDFer Nutzen f\xFCr ganze L\xE4nder, besonders jene, die Mangel am Holze leiden.
In Wien zu haben in der Baderischen Buchhandlung neben dem Todtenkopf in der Bognergasse.