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Bl\xE4ttern: < IV. Jahrgang, XIV. St\xFCck -
IV. Jahrgang, XVI. St\xFCck >
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IV. Jahrgang, XV. St\xFCck, den 13. Aprill 1774.
I. Wissenschaften.
N\xFCtzliche B\xFCcher.
Analecta Scepusii sacri & profani, Pars. complectens Bullas Pontificum, Caesarum Regumque Diplomata, illustrium virorum epilstolas, aliaque Monumenta, ad notitiam Scepusii facientia: collegit & noris illustravit, Carolus Wagner S J Sacerdos Viennae, typis Joan. Thoma Nob. de Trattnern. 1773. in gr. 4to auf 469 S.
Der engl\xE4ndische Kanzler, Bako von Verulam, hat schon vor zweyhundert Jahren, den gegr\xFCndeten Anspruch gethan: da\xDF ein jeder Mensch, der nicht blind seyn will, zwey Augen haben m\xFC\xDFe, die Weltwei\xDFheit und die Geschichte. Wem eins von beyden felhlte, der w\xE4re nur ein\xE4ugigt, wenn aber beides mangelte, der w\xE4re stockblind. K\xF6nnen daher die Bem\xFChungen derjenigen, auch nur im geringsten getadelt werden, welche die Geschichte, vorn\xE4mlich aber die Geschichte des Vaterlandes, die sie jedesmal am n\xE4chsten angehet, studiren, und auch, zum Besten des Publikums, bearbeiten? Welch eine Schande f\xFCr Mitb\xFCrger, die ihren Kopf, mit tausend ausw\xE4rtigen T\xE4ndeleyen und Hist\xF6rchen vollf\xFCllen; In Ansehung der Geschichte ihres Vaterlandes aber, geflissentlich Fremdlinge bleiben wollen. Gerade, als ob sie das, was vor ihren Zeiten in jener Weltgegend, die sie bewohnen, geschehen ist, gar nichts angienge; wenn es gleich in ihrem eigenen Vaterlande sich zugetragen, gro\xDFe Ver\xE4nderungen veranla\xDFt, und die wichtigsten Folgen gehabt h\xE4tte. Was ists also Wunder, da\xDF solche Fremdlinge, in allen einheimischen Sachen, ihr eigenes Vaterland, und desselben Schicksale ganz gleichg\xFCltig ansehen k\xF6nnen; und auf alles ausw\xE4rtige, viel begieriger und aufmerksamer sind; als was sie selbst weit n\xE4her angehet, ja ihnen so zu reden eigen ist.
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Doch wir schreiben hier keine Apologie, f\xFCr die Geschichtskunde, deren Werth der vern\xFCnftigere Theil des Publikums, lange schon kennet, und sie deswegen auch, zur Wegweiserinn gew\xE4hlet hat. Unsere Absicht ist nur, die Bem\xFChungen des Herrn Karl Wagners, zum Besten der Geschichte seines Vaterlandes, ins besondere aber der Oberungarischen Grafschaft Zips*), die noch in so viele Dunkelheiten eingeh\xFCllet ist, anzupreisen und bekannt zu machen.
David Fr\xF6hlich, hat in seiner Medulla geographicae practicae; und nach ihm vorn\xE4mlich der ber\xFChmte Bel, in Prodromo Hungariae anitquae & novae,S. 69. bis 134, diese Grafschaft, mit vielem Flei\xDF beschrieben, aber doch noch, eine reiche Nachlese, f\xFCr andere hinterlassen; das, was ihnen fremd und verborgen geblieben, ans Licht zu bringen, und die Geschichte des Zipserlandes, vollst\xE4ndiger auszuarbeiten.
Herr Karl Wagner, tritt nun auf, und liefert uns ein ungemein sch\xF6nes Hilfsmittel, zu einer ackuraten und vollst\xE4ndigen Geschichte des Zip\xDFer Comitats, und der merkw\xFCrdigsten Sachen und Begebenheiten desselben. Der w\xFCrdige H. V. hielt sich nach
*) In der Vorrede des hier angezeigten Werks, verspricht Herr Wagner die Historie des Scharoscher Comitats; darinnen wir zur Zeit wenig oder nichts aufweisen k\xF6nnen, auf die n\xE4mliche Art, zu bearbeiten. Wir w\xFCnschen ihm von Herzen Gl\xFCck dazu.
dem Willen, und den Verordnungen seiner Obern, einige Jahre in Zips auf. Bey dieser Gelegenheit, sind ihm verschiedene alte Urkunden und Handschriften in die H\xE4nde gerathen; die noch, der Zeit und dem verderblichen Schicksale, bey so \xF6ftern Verheerungen des Zipserlandes, gl\xFCcklich entgangen waren.*) Weil er nun das Studium der Alterth\xFCmer, besonders der Geschichtskunde, vorz\xFCglich lieb gewonnen; so entschlo\xDF er sich, bey einer so gew\xFCnschten Gelegenheit, auf alles aufmerksam zu seyn; jedes, was ihm in die H\xE4nde kam, sorgf\xE4ltig aufzusammeln, und dann, zum Besten des Publikums, zu benutzen. Freunde, denen sein Vorhaben bekannt geworden, munterten ihn nicht nur auf, unerm\xFCdet darinnen fortzufahren: sondern theilten ihm von allen Seiten reichlich, allerley Beytr\xE4ge mit. So unterst\xFCtzt, von gelehrten Freunden; und durch eigenen ununterbrochenen Flei\xDF im Sammlen, brachte der H. V. einen Vorrath, von historischen Denkm\xE4lern, zum Behuf der Geschichte, f\xFCr die Grafschaft Zips, zusammen; da\xDF er nun im Stande war, einige B\xE4nde damit anzuf\xFCllen**). Er fa\xDFte daher den Vorsatz,
*) In der Vorrede, erkl\xE4rt sich der H. V. dar\xFCber also: sunt Micae quaedam Scepusii veteris & fragmenta, quae tineae blattaeque nondum eroserung, & hostes, incendia aliaeque temporum acerbitates, reliquia fecerunt.
**) Increvit subinde cum illorum (amicorum) facilitate & liberalitate, tum
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sein historisches Werk, in dreyen Theilen, ans Licht zu stellen. Der erste, den wir hiemit bekannt machen, ist Diplomatisch; in dem zweyten, werden theils Handschriften, welche, Beschreibungen von Zips enthalten, theils gedruckte, aber meist unsichtbar gewordene Abhandlungen von dieser Grafschaft, vorkommen. Der Dritte endlich, soll die Pr\xF6bste des Hochw\xFCrd. Zipser; Kapitels die Obergespans, und die vornehmsten Familien, deren Macht und Ansehen vorz\xFCglich in Zips gewesen, enthalten.
In dem ersten Theil, den wir jetzt vor uns haben, kommen also Diplomen und allerhand seltene Urkunden, aus dem 12. 13. bis zum 16ten Jahrhundert vor; welche der H. V. unter gewisse Rubriken gesetzt, und dadurch, sowohl dem Leser, als besonders dem k\xFCnftigen Geschichtschreiber von Zip\xDF seine Arbeit ungemein erleichtert hat. Die ganze Sammlung bestehet, aus 283. Urkunden, welche, nach ihrem verschiedenen Innhalt und Gegenst\xE4nden, in XI. besondere Abschnitte abgetheilet worden sind. Der erste Abschnitt, enth\xE4lt Staatsurkunden, als B\xFCndni\xDFe, Vertr\xE4ge, und allerhand Tractaten, welche zwischen den K\xF6nigen von Ungarn und von Pohlen, sonderlich bey feyerlichen Zusammenk\xFCnften derselben, ehemals in Zip\xDF gestiftet worden sind, von Seite 1. bis 23. Der andere: Diplomen, welche \xFCberhaupt die ganze Zipser Provinz betreffen, von S. 24 bis 33. Der dritte: solche Urkunden, wodurch die Schicksale, und \xF6ftere Ver\xE4ndrungen, des in der Geschichte so merkw\xFCrdigen Zip\xDFer Schlo\xDFes (arx scepus) sehr erl\xE4utert werden, von S. 37. bis 47. Im vierten und f\xFCnften Abschnitt kommen Diplomen, k\xF6nigliche Verordnungen, Kauf. und Grenzbriefe, und andere dergleichen Urkunden vor, welche die Geschichte der beyden k\xF6niglichen freyen St\xE4dte in Zip\xDF, K\xE4\xDFmark und Leutschau, ungemein aufkl\xE4ren, von S. 48. bis 101. Der sechste Abschnitt enth\xE4lt Urkunden, die sich lediglich auf den Zipseradel beziehen, und das Alterthum, die ber\xFChmten Thaten, wie auch k\xF6nigliche Begnadigungen, einiger vornehmen Familien betreffen; dem ist noch das sehr seltene und merkw\xFCrdige Testament, des Grafen Willermus Drugeth v. Homonna, vom Jahr 1330; und des ungarischen Palatins, Grafen Georgii Thurzo, vom Jahr 1613. nebst vielen andern \xE4hnlichen Urkunden, beygef\xFCget worden, von S. 102. bis 187. Der siebende Abschnitt, ist besonders der Geschichte der Sachsen in der Grafschaft Zip\xDF, gewidmet. Es kommen daher in diesem Abschnitte, Diplomen und Urkunden verschiedener Zip\xDFerst\xE4dte vor; so wohl jener, welche ehemals, zu denen 24 k\xF6niglichen St\xE4dten (Civitates regales) geh\xF6rten, als auch
privato meo studio, atque industria, adeo haec suppellex, uno volumine, ut aegre contineri posset. Vorrede, am b. O.
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der so genannten Bergst\xE4dte in Zip\xDF. Auch das gemeine Landrecht der Zipsersachsen, vom Jahre 1300, wo es entweder aufs neue best\xE4ttigt, oder aber vermehrt und verbessert worden ist, findet hier eine Stelle, von S. 188. bis 261. Der achte Abschnitt enth\xE4lt Diplomen, die Pfarrkirchen in Zip\xDF, und ihre Plebanos, oder Pfarrer betreffend, von S. 262. bis 292. Der neunte, Urkunden, welche die Geschichte des hochw\xFCrd. Zip\xDFerkapitels, in ein gro\xDFes Licht setzen, von S. 293. bis 397. Der zehnte, Diplomen zur Geschichte verschiedener ehemals in Zip\xDF gewesener geistlicher Orden, ihrer ersten Stiftung, Wachsthum, und Untergange, von S. 398. bis 441. Der eilfte endlich, Urkunden einiger Marktflecken im Zip\xDFer Comitate, von S. 442 bis 450.
Jeder Urkunde, ist der Hauptinnhalt derselben, kurz, aber sehr richtig, und vollst\xE4ndig vorgesetzt. In den Anmerkungen, werden dunkle Sachen erl\xE4utert, und das Widersprechende verglichen. Endlich wird das ganze Werk, mit einem doppelten Index geschlossen. Der erste ist, wie ihn der H. V. selbsten bezeichnet, Index chronologicus, diplomatum hac parte contentorum; der andere Index onomasticus, vocum obscuriorum, quas notae subiectae explanant.
Die Urkunden, welche der verdienstvolle H. Wagner, in diesem Theile abdrucken lassen, sind theils aus dem unsch\xE4tzbaren Werk des P. Dogiels*) aus dem Bel. Sommersberg, und einigen historischen Commentationen des H. D. Gottfried Schwarz, entlehnt; theils aus den Archiven, des hochw\xFCrd. Zip\xDFerkapitels, des l\xF6bl. Zip-
*) Mathias Dogiel, Priester der frommen Schulen, einer der ansehnlichsten Gelehrten in Pohlen, hat sich vorgesetzt, einen Codicem diplomaticum Regni Poloniae herauszugeben; der unter den Werken der ersten Gr\xF6\xDFe, eine vorz\xFCgliche Stelle behauptet. Noch im Jahr 1758. kam der erste Theil dieses pr\xE4chtigen Werks, zu Bilna, aus der k\xF6nigl. Buchdruckerey, im gr\xF6\xDFen Folio, unter folgenden Titel heraus: Codex Diplomaticus Regni Poloniae, & M. Ducatus Lithvaniae, in quo Pacta, Foedera, Tractatus pacis, mutuae amicitatae subsidiorum, Induciarum, Commerciorum, nec non Conventiones, Pactiones Concordata. &c &c. aliaque onnis generis Publico nomine actorum & gestorum monumenta, nunc primum ex Archivis publicis eruta, ac in lucem protracta exhibentur. In diesem I. Theil kommen Hungarica von S. 36, bis 152. vor. Der 4te und 5te Theil, ist auch schon abgedruckt; der 2te und 3te hingegen liegt noch ungedruckt in Handschriften. Der zweyte w\xE4re vorz\xFCglich, vor unser Zip\xDF interessant, wenn er ans Licht k\xE4me. Denn im andern Abschnitte desselben, kommrn Urkunden vor, Praefecturam Scepusiensem betreffend, wie der gelehrte Dogiel sich ausgedr\xFCcket, in seinem Indice totius Operis, der dem ersten Theil vorgesetzt ist. Wir haben diese Nachrichten, von einem gleich gelehrten Piaristen Herr Antonius Wisnievski, ehemaligen Stadtpfarrer von Leibitz und Provincial seines Ordens, der vor einigen Wochen gestorben ist. Ein Gelehrter von der ersten Gr\xF6\xDFe, leutselig, bescheiden, und im Umgange sehr gef\xE4llig. Einer der w\xFCrdigsten M\xE4nner in Zip\xDF, der seinem Orden, der gesamten Geislichkeit im Zip\xDFerlande, ja diesem ganzen Komitate Ehre machte. Ein Freund, dem wir eben darum ein l\xE4ngeres Leben gew\xFCnscht h\xE4tten.
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\xDFerkomitats, der St\xE4dte K\xE4\xDFmark, Leutschau Kaschau, und aus den Hausarchiven einiger vornehmen Familien. Am Schlu\xDF der Vorrede, wird allen denen, ein \xF6ffentliches Denkmal gestiftet, welche durch geneigte Beytr\xE4ge, dieses Werk unterst\xFCtzt haben. Wir warten im \xFCbrigen mit Ungeduld, auf die Herausgabe, der noch r\xFCckst\xE4ndigen zween Theile, die der H. V. meist schon ausgearbeitet
hat, dazu wir ihme, wie zu seinen anderweitigen Vornehmungen von Herzen Gl\xFCck und Bef\xF6rderer w\xFCnschen.
v. Cz.
II. Ungarische Alterth\xFCmer.
Wohlfeile Zeiten.
Wie wohlfeil die Lebensmittel im Jahr 1563. zu Pre\xDFburg, bey Gelegenheit des damaligen Landtages gewesen, ist in ihren Anzeigen im X. St. erkl\xE4ret worden. Da\xDF aber solche vorher in einem noch geringern Preise bey uns in Zip\xDF zr erhalten waren, kann aus vereschiedenen Urkunden sehr leicht dargethan werden. Ich will f\xFCr diesesmal nur einige Bewei\xDFth\xFCmer, aus dem, in ihren Anzeigen, schon bekannt gemachten libro seu registro fraternitatis venerabilium Dominorum viginti quatuor plebanorum Regalium in Scepus &c anf\xFChren. Ich hoffe, dass dieses den Liebhabern nicht unangenehm seyn werde.
Im Jahre 1538. hat Hieronym. Lasky, das Schlo\xDF und die ganze Herrschaft Dunavecz an den damaligen Probst der Kollegialkirche St. Martin in Zip\xDF f\xFCr 4000. fl. verkauft.*)
Im dem n\xE4mlichen 1538. Jahre habcn die Priester der XXIV. k\xF6niglichen St\xE4dte in Zip\xDF, eine Versammlung zu Leutschau gehalten, und sich bey einem B\xFCrger das Mittagsmahl bestellet, daf\xFCr ein jeder Priester 8. Pfennige demselben zahlte.**) In eben dem Jahre, wurde von der Zip\xDFer Gespanschaft, ein Edalmann, namens Lorenz Harrovszky, mit 8. Pferden wid den T\xFCrken ausgeschickt, und hat nur 90. fl. von der Gespanschaft zu seinem Unterhalt bekommen.***)
*) Seit. 146. wird dieses mit folgenden Worten angezeiget: Cum Dominus Praelatus dedisset 500 florenos pro arce Dunavecz anno 1529. Domino Joanni Katzianer, ex qua per Nic. Koszkam, nunc inimicum Regis nostri (Ferdinandi I.) praeoccupata pulsus fuit: tandem cum -Dominus M. Hieronymus de Laszky, Dominus Caesareoforensium, arcem illam possedisset, dominus praelatus lubenter eandem habuisset. Et emit eam a Domino Laszky quatuor millibus florenorum.
**) S. 171. Conclusum est, ut absentes fratres solverent: prandium. nam hospes se disposuit ad omnes & nisi fuimus praesentes & hospes decimus. Dent quivis per 8. denato hospiti.
***) S. 188. Tota sedes Scepusiensis dedit 90. flor. Laurentio Harrovszky, nobili in Garga, quod nomine totius selis cum 8. equis contra Turcam descendit.
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Die Geschenke die man damals, den vornehmsten Feldherrren und ansehnlichen Hofbeamten machte, waren nicht kostbar. Im Jahre 1538. verehrten die Priester der XXIV. k\xF6niglichen St\xE4dte in Zip\xDF dem k. k. Feldherrn Leonhard Fels, einen silbernen L\xF6ffel, welcher vergoldet war, und 345. Den. gekostet hatte. Der damalige k. Kabinetssecretair Adam Karol, bekam von ihnen 2. silberne L\xF6ffel,****) f\xFCr 293. Den.
Im Jahr 1539. schickten die Priester der XXIV. k\xF6niglichen St\xE4dte Gregorium Pauschner, in ihren Angelegenheiten nach Wien, und kauften ihm ein Pferd, auf welchem er dahin geritten ist, f\xFCr 11. fl.*)
In demselben Jahre war auch das Pelzwerk in Ungarn noch sehr wohlfeil.**) Ein Marderfell wurde f\xFCr 80. Den. erkaufet.
Wie wohlfeil im Jahre 1542. das Getraid in Zip\xDF gewesen, ist daraus abzunehmen, da\xDF man f\xFCr 4. fl. 100. K\xFCbel oder Metzen Haber, folglich den Metzen zu 4. Den. kaufen konnte.***)
Im Jahre 1550. wurd dem Pleban von Gro\xDFschlagendorf, wegen seiner gehabten M\xFChe, als man ihn im Namen der Priester der XXIV. k\xF6niglichen St\xE4dte, and den k\xF6niglichen Hof schickte 1. fl. geschenket.****)
Ein Maa\xDF Wein kostete damals in K\xE4smark 16 Den. 20 K\xFCbel Korn, kaufte man f\xFCr 5. fl.*****).
Ich behalte es mir vor, noch mehrere Bewei\xDFth\xFCmer aus dieser, denkw\xFCrdigen Handschrift anzuf\xFChren.
III. Naturgeschichte.
Von Ungarischen Petrifaktis.
Versteinertes Laub oder Bl\xE4tter von B\xE4umen.
Diese Art von Versteinerungen, wird in andern L\xE4ndern, als eine besondere Seltenheit angesehen. Nebst vielen andern gestehet dieses
****) S. 195. Misimus insuper M. Dontino Leonhardo de Fels, Coclear argentum deauratum, quod constabat 345 den. Item alia duo Cocleara argentea Domino Adamo Karolo, pro munere, Constabant 293. den.
*) S. 198. Dominus Venerab. Martinus de Poprad parochus, vendidit equum undecim floreni, Domino Gregorio Pauschner, qui ad suam Regium Majestatem aliis Civitatibus proficisci debuit.
**) S. 213. Et emit duodecim pelles bonas mardorinas, unam pro 80. den. & faciunt domino Thoma Pelbane pro 215. den.
***) S. 295. 400. den. pro Centum Cubulis avenae dati.
****) S..430 Ita ex Commissione fratrum dedi. Domino Gregorio Parocho in Szalocz centum den. pro fatigiis & labore, quos habuit ex parte fratrum in negotio apud Regem Ferdinandum.
*****) In nundinis Caseoforensium propinaui in nomine fratrum Egregio Domino Laurentio de Gargo, pintam vini; fecit 16. den.Et rogavi suam G. D. ut residuam pecuniam scilices 8. flor. in pecuniis fratribus sine fatigiis mitteres. Tandem sabatho post nundinas misit 20. cubulos siliginis pro 5 florenis.
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auch Valerius, in seiner Mineralogie,*) wo es ausdr\xFCcklich heisset: Lythophilla, sind in Stein verwandelte, aber ziemlich sletene Bl\xE4tter von B\xE4umen und Pflanzen. Ungarn besitzt einen \xFCberaus reichen Vorrath davon. Bey Ribar, ohnweit von Altsohl, ist ein ganzer Berg, dessen meiste Lagen aus dergleichen Bl\xE4ttern bestehen. Im Liptauer Comitat, bey dem Dorfe Lutschka, ist ein hohler Weg, wo auf der einen Seite der Rand, aus lauter \xFCbereinander liegenden Bl\xE4ttern, und andern versteinerten Vegetabilien, entstanden zu seyn scheinet. Eben in einer solchen Lage, findet man dergleichen Bl\xE4tter h\xE4ufig bey Niederrauschenbach im Zip\xDFer Komitat.
Von Ribar ist die Beschreibung im XVIII. St\xFCck des II. Jahrgangs S. 144. schon einger\xFCckt worden; allein von Lutschka und von Rauschenbach, m\xFCssen wir noch das Merkw\xFCrdigste allhier beyf\xFCgen.
So viel indessen auch die bey Lutschka und Rauschenbach, befindliche Versteinerungen miteinander \xE4hnliches haben; indem an beiden Orten die versteinerten Baumbl\xE4tter in ihrer nat\xFCrlichen Bildung und Gr\xF6\xDFe, mit allen Haupt- und Nebenst\xE4ngeln, vorhanden sind: so finden wir dem ohngeachtet, noch zwischen diesen beyden einen merklichen Unterschied. Die Rauschenbacher Bl\xE4tter sind nicht so zart und fein, und folglich auch nicht so zerbrechlich, wie die, welche man mau bey Lutschka findet: denn sie liegen gew\xF6hnlich im Topfstein so feste, als wenn sie angekittet w\xE4ren, von dem sie sich ohnbesch\xE4digt nicht leich abl\xF6sen lassen. Bey Lutschka hingegen, trift man ganze B\xFCsche von \xFCbereinander liegenden Bl\xE4ttern an, die sich einzelnweis auseinander legen, in die H\xE4nde nehmen und durchsehen lassen, da\xDF man solchergestalt das ganze Gewebe des Blattes, auch die feinsten Striche und Linamenten desselben, aus welchen es bestehet, ganz genau darinnen zu beobachten im Stande ist. Eben an diesem Orte, giebt es mitunter solche Bl\xE4tter, in denen das feinste Gewebe vermodert und weggefallen ist, die Hauptst\xE4ngel aber sind versteinert, und liegen in ihrer nat\xFCrlichen Ordnung und Verbindiung. Diese stellen das Gerippe eines Baumblattes, auf das zierlichste und deutlichste vor. Die meisten dieser gedachten Bl\xE4tter sind von Erlen, Buch- und Ahornb\xE4umen, und so kennlich, da\xDF man sie nach ihrer Gr\xF6\xDFe und Gestalt vollkommen von einander, ja eben mit solcher Gewi\xDFheit; als in ihrem ehemaligen Zustand, unterscheiden kann. Nichts mangelt daran, als die Biegsamkeit und die ihnen nat\xFCrlich gr\xFCne Farbe.
Versteinerte Baumrinden, Zweige von B\xE4umen, Tannenreiser, Gra\xDF und Kr\xE4uterwurzeln.
Alle die hier ausgesetzte Versteinerungen, trift man auf einer und eben der-
*) S. 427. nach des Herrn Prof. Denso, seiner Uebersetzung. Berlin 1703.
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selben Stelle an. Bey Lutschka, allwo die versteinerten Baumbl\xE4tter, wie wir bereits oben erw\xE4hnet haben, in einer solchen Menge vorhanden sind, liegen auch versteinerte St\xE4mme von B\xE4umen, kleine Zweige und St\xE4ngel, Fichten und Tannenreiser, verworren \xFCbereinander, nebst mancherley Gra\xDF- und Kr\xE4uterwurzeln, die auf eben die Art, wie sie in der Erden zu wachsen pflegen, klumpenweise in einander geflochten und gewunden sind.
Bey denen St\xE4mmen und Zweigen von B\xE4umen, ist haupts\xE4chlich dieses anzumerken, da\xDF nur die blo\xDFe Rinde davon vorhanden, und in Stein verwandelt ist; das unter der Rinde gewesene Holz hingegen hat sich g\xE4nzlich verlohren, also, da\xDF man nicht einmal die geringste Spur davon, au\xDFer dem leeren Raum, welchen dasselbe, ehedem eingenommen hatte wahrnimmt. Daher liegen diese versteinerte Baumrinden, hie und da horizontal in der Erde, nicht anders, als ausgeh\xF6hlte R\xF6hren, die wenigstens 6. bis 8. Zoll im Durchschnitt an ihrem Mundloch haben. Wenn man nun von diesen R\xF6hren St\xFCcke ausbricht, welches sich sehr leicht bewerkstelligen l\xE4\xDFt, so siehet man die versteinerte Rinde des Baumes inwendig mit allen den Narben und Kennzeichen von Wurmstichen, wie solche von einem Baum, der lange liegt, von selbsten abzufallen pflegt; auswendig aber das rauhe Wesen und die v\xF6llige nat\xFCrliche Gestalt der Rinde von einem alten Baum. Nur an einigen Stellen kleben oben daran St\xFCckchen von ebenfalls versteinerten Bl\xE4ttern und Holzst\xE4ngeln, welche vermuthlich auf dem Stamme lagen, als dessen Rinde die Versteinerung angenommen hat.
Die kleinen abgehauenen Aeste und St\xE4ngel von B\xE4umen und Haselstr\xE4uchen, liegen insgemein ganz veworren \xFCbereinander, mit versteinerten Bl\xE4ttern versmischt, und durchflochten; und weil auch an jenen, nur die Rinde allein versteinert ist, so haben sie die Gestalt kleiner \xFCbereinander liegenden R\xF6hrchen. Die Tannen und Fichtenreiser pflegen B\xFCschleinweis beysammen zu liegen; und ob gleich das Laub davon abgefallen ist; so kann man dennoch so gleich bey dem ersten Anblick errathen, da\xDF es Reiser von dergleichen Nadelholz sind. W\xFCrde sich jemand die M\xFChe geben, solche in der Erde befindlichen R\xF6hren nachzugraben, so ist zu vermuthen, da\xDF er ganze B\xE4ume mit ihren Zweigen und Aesten, daran die blo\xDFe Rinde versteinert ist, daselbst antreffen k\xF6nnte.
(Die Fortsetzung folget.)
In Wien zu haben in der Baderischen Buchhandlung neben dem Todtenkopf in der Bognergasse.