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Bl\xE4ttern: < IV. Jahrgang, XXXIV. St\xFCck -
IV. Jahrgang, XXXVI. St\xFCck >
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IV. Jahrgang, XXXV. St\xFCck, den 31. August 1774.
Ungarische Alterth\xFCmer.
Von der Feuerprobe in Ungarn.
Die Feuerprobe ist eines von denjenigen aberglaubischen Mitteln, durch die man vor Alters streitige, und zweifelhafte F\xE4lle zu entscheiden, und die Wahrheit zu entdecken, gewohnt war. Au\xDFer dieser, bediente man sich auch noch der Zweyk\xE4mpfe, der Wasserprobe, der Kreuzgerichte; des Baarrechtes, und des Gerichts des h. Abendmahls, und gab ihnen den allgemeinen Namen der Ordalien, von deren Ursprung, man nichts mit Gewi\xDFheit sagen kann. Die alten Deutschen hie\xDFen sie Gottesurtheile, und im Lateinischen werden sie Judica Dei, Judicia S. Spiritus, Judicia Probabilia genennet. — Ihr Ursprung ist sehr alt, und geh\xF6rt, au\xDFer Zweifel, in die Zeiten des Heidenthums. Man behielt sie aber auch bey, nachdem man die christliche Religion schon lang vorher angenommen hatte, ja, es scheinet, da\xDF bey Fortpflanzung des Christenthums sogar ihr Gebrauch ist bef\xF6rdert worden, indem man findet, da\xDF der Exorcismus damit verbunden gewesen*), wodurch der gemeine Mann in seinem Bahne best\xE4ttiget, und der hergebrachte Aberglaube gleichsam gerechtfertiget wurde.
Da ich izt einzig und allein, von der Feuerprobe in Ungarn, eine kurze Nachricht zu geben gesonnen bin, so werde ich mich in keine kritische Untersuchung einlassen; sondern nur bey der historischen Beschreibung derselben stehen bleiben. Und, da diese aberglaubische Gewohnheit unfehlbar aus Deutschland nach Ungarn gekommen, als woselbst man schon lange vorher, ehe sich davon einige Spu-
*) Man sehe hievon Lindenbrogium in formulis sollenib; und Balluzim nach.
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Spuren in unserm Vaterlande zeigen, ihren Gebrauch aufgezeichnet findet; so will ich hier nur aus so vielen, die uns die Geschichte aufbehalten hat, ein Paar sehr merkw\xFCrdige Beyspiele anf\xFChren. Als Kaiser Karl der dritte seine Gemahlinn Richardis wegen einer Untreue im Verdacht hatte, und sie deswegen verstie\xDF: so erboth sich dieselbe, sich durch das Gericht Gottes zu rechtfertigen, und ein gl\xFChendes Eisen anzufassen*). Und Kunigunda, Heinrichs des II. Gemahlinn, gieng \xFCber zw\xF6lf gl\xFCende Pflugschaaren, und hatte weil ihr dieselben keinen Schaden zugef\xFCget, dadurch den Verdacht ihrer Keuschheit von sich abgelehnet**).
Wie alt der Gebrauch der Feuerprobe in Ungarn sey, l\xE4\xDFt sich nicht bestimmen. Wenigstens finden sich vor dem Jahre 969. und nach 1309. keine Spuren davon. In dieser Zeit aber, hat man h\xE4ufige Beyspiele dieser Handlung, wovon uns einige, in einem Trakt\xE4tchen, welches in der Sakristey der Domkirche zu Gro\xDFwardein gefunden worden***), beschrieben werden. Es sind ihrer bey vierhundert, und begreifen doch nur eine Zeit von ein und zwanzig Jahren****). Es ist daher glaublich, da\xDF wann das Gro\xDFwardeiner Domkapitel nicht das einige in Ungarn gewesen, wo man diese Proben vornahm, es doch gewi\xDF der Hauptort dieser Handlung war. Es ist auch weder meinen Absichten gem\xE4\xDF, noch der M\xFChe werth, einen Auszug dieses Werkchens zu liefern; indem es lauter scythische Namen enth\xE4lt, die izt niemand mehr bekannt sind. Ich will also, nur die Handlung selbst und die dabey gebrauchten Cerimonien beschreiben. — Wenn die Klage ordentlich geschehen, und der Beklagte erschienen war, um sich durchj die Feuerprobe zu rechtfertigen, so war ihm dazu ein Tag bestimmet: zuv\xF6rderst aber mu\xDFte er sich durch ein ununterbrochenes dreyt\xE4giges Gebeth und Fasten, dazu vorbereiten.
Erschien nun der Tag selbst, an welchem die Probe vorgenommen werden sollte; so fieng man die ganze Handlung, die allemal in der Kirche geschah, mit Lesung der heiligen Messe an, welche der Bischof, oder ein an-
*) Regino Libr. II. Chron. ad annum 887. beym Pistor T. I. script. rer. germ.
**) Pistorius loco citato.
***) Es f\xFChret den Titel: Ritus explorandae veritatis in dirimendis controversiis und ist zuerst im Jahre 1550. in Klausenburg gedruckt, hernach aber auch dem Belischen Adparatus ad historiam Hungariae einverleibt worden.
****) N\xE4mlich, von 1214. bis 1235. Aus der Menge dieser Proben, von so verschiedener Art, kann man auch leicht vermuthen, da\xDF die weltlichen Richter, um diese Zeit, wenig m\xFC\xDFen zu thun gehabt haben. Denn, in gedachtem Trackt\xE4tchen kommen fast alle Arten von Rechtsh\xE4ndeln vor, die durch die Feuerprobe entschieden worden.
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derer Priester, der dessen Stelle vertreten mu\xDFte, im bisch\xF6flichen Ornate, verrichtete. Nach Endigung derselben ergriff er das vor das Altar gebrachte Eisen, mit einer Zange, und stimmte den Lobgesang der drey Knaben im feurigen Ofen an*). Er trug es sodann in das Feuer, nachdem er vorher sowohl \xFCber dasselbe, als \xFCber das Eisen einen Segen gesprochen hatte**). Wann nun das Eisen durchaus gl\xFCte, so mu\xDFte der Beschuldigte durch einen Eid versichern, da\xDF er in Ansehung der wider ihn gemachten Beschuldigungen v\xF6llig rein sey***); und hierauf best\xE4ttigte er die Wahrheit dieser eidlichen Aussage, durch den Genu\xDF des heiligen Abendmahls****). Hierauf wurde das Eisen, nicht nur mit Weywasser besprenget, sondern, \xFCberdie\xDF auch noch, vermittelst des Exorcismus beschworen; und wann die\xDF alles vorbey war, so mu\xDFte der Beschuldigte nunmehr die von ihm verlangte Probe machen: dabey er die Worte sagte: Per illud corpus Domini, quod hodie sumsi, non confidens in ullum maleficium, nec in virtutibus herbarum, accipio hoc ferrum*). Es wurde aber dieselbe nicht auf einerley Art verrichtet; indem der Beklagte, bald ein gl\xFCendes Eisen, in die Hand nehmen, und einige Zeit tragen; bald aber \xFCber einige gl\xFCend gemachte Pflugschaaren gehen mu\xDFte. Kaum hatte er dieses verrichtet; so wurden sogleich die H\xE4nde oder F\xFC\xDFe in ein Tuch gewickelt, versiegelt, und erst nach dreyen T\xE4gen, in Gegenwart des Kl\xE4gers, und einer Menge Volks aufgemacht, und entbl\xF6\xDFet. War nun der Angeklagte unverlezt, so wurde er \xF6ffentlich f\xFCr unschuldig erkl\xE4ret, und losgesprochen. Im Gegentheile aber
*) Benedicite omnia opera, &c.
**) Die Formel war diese. Benedic Domine Pater omnipotens, aeterne Deus! per invocationem Sanctissimi Nominis TUI, & per adventum unigeniti filii TUI, Domini nostri Jesu Christi, atque per dominum Spiritus Sancti, ad manifestandum verum judicium tuum, hov genus metalli, ut sit Sanctificatum & Consecratum, ut omni daemonum falsificare procul remote, fidelibus TUIS, veritas veri judicii TUI, manifesta fiat, per Dominum nostrum Jesum Christum. rc.
***) Der Priester fragte ihn: Frater, es justus ab hoc crimini de quo accusaris? Px. Justus sum. Und abermal: Mundus? Px. Mundus sum.
****) Bey der Kommunion sagte der Priester; Interdico tibi, o homo! coram omnibus adstantibus, per Patr. & Fil. & Sp. S. & per tremendum diem judicii, per mysterium baptismas, per venerationem omnium sanctorum, ut fi de hac re culpabilis es, aut fecisti aut scivisti aut bajulalti, aut concessisti, aut propter actam culpam denomniatam, sciens factoribus juvisti, ut ecclesiam non introe, Chrstianae societati non miscearis, si reatum nolueris confiteri admissum, antequam judicio examineris publico.
*) Vielleicht war auch w\xE4hrend dieser Zeit mancher Betrug gespielet, und der zugef\xFCgte Schaden, durch schleunige Hilfsmittel geheilet. Denn, es kamen sehr viele unbesch\xE4digt davon.
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II. Ungarische Geschichte.
Fortsetzung des Versuchs einer Familiengeschichte des Gr\xE4flich Thursonischen Hauses.
Diesem sey es nun, wie ihm wolle; so ist doch so viel gewi\xDF, da\xDF sich das Freyherrliche- und Gr\xE4flich Thursonische Haus, im XVI. und XVII. Jahrhunderte, in zwo Linien im Ungarn getheilet habe, n\xE4mlich in die \xE4ltere, oder Zipser- und in die j\xFCngere, oder Trentschiner Linie. Jene hatte zum Stifter entweder Georg den II. oder noch sein Vater, Johann, welcher \xFCber das ganze Bergwesen im K\xF6nigreich Ungarn gesetzet war. Diese aber seinen Bruder Johann den IV. Claudium genannt, oder seinen Vater Theophilus. Thurnschwamb drucket dieses gleich im Anfang seiner Beschreibung mit folgenden Worten aus: Herr Georg n\xE4mlich der II. Thurso der jetzigen Thurso in Zips, Voinitz, Boinitz, Gro\xDFvater welcher von Kupferhandel nach seinem Vater Hans Thurso in Neusohl eingerichtet, und ist nur eine Wildnu\xDF noch gewest, bis auf meine Zeit, als ich von Ofen zum Herrn Georgen Thurso bin kommen, in Neusohl, hat eine Fuggerin gehabt; darum er sich aus Ungarn; gegen Augsburg ziehen m\xFCssen, ungefehr im 1513. Jahre, allda gewohnt, und ein Haus gebauet. Nach ihm ist Alexi Thurso, ein Stiefbruder, Obrister worden; des Schinta, Freystadt, Boinitz, Themetven, Trentschin, in Versatzung, und Zipserhaus, sammt denselben Bergwerken erblich gewesen, und anders mehr, welcher keinen Sohn verlassen. — Der Franz Thurso, so die Orava und Leitava hat, ist der andern Thurso, Vetter von dem Theophilo Thurso Gro\xDFvater herkommend.
Jener Linie geh\xF6rte die W\xFCrde eines Gespanns in Zip\xDF erblich zu; dieser hat das n\xE4mliche Vorrecht, in der Gespannschaft Orava, erst Graf Georg, Palatinus des K\xF6nigreiches verschaffet, und auf seinen Sohn fortgepflanzet.
Die Freyherren und Grafen Thurso hatten auch sehr viele, und reiche Herrschaften in Ungarn als Semte, Galgocz, (Freyst\xE4dtl) Temetven, Trentschin, Bajmocz, Szepesch (Zipserhaus) Rychno, Osora, Lietava, Biersche, Orava, die Anwarthschaft auf Tokay, und andere mehr. Wir erwarten davon mit gro\xDFen Verlangen eine vollst\xE4ndige Nachricht, aus dem mit vielem Flei\xDF verfertigten,
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und zum Druck bef\xF6rderten Werke des P. Karl Wagner, darinn alles merkw\xFCrdige vom Zipserland umst\xE4ndlich beschrieben und abgehandelt wird.
So viel vom Thursonischen Geschlechte \xFCberhaupt. Nunmehro will ich einen kurzen Auszug der merkw\xFCrdigsten Umst\xE4nde, aus der Lob- und Leichenrede, des Grafen, und Palatinus, des K\xF6nigreichs Ungarn, Georg Thurso, welche Isaac Abrahamides, gehalten, anf\xFChren.
Ehe der Verfasser von seinen Vorfahren einige Nachricht ertheiliet; so beschweret er sich S. 14. dar\xFCber, da\xDF unsere Geschichtschreiber, von diesem ber\xFChmten Geschlechte, und von den Vorfahren des Graf Georg Thurso in ihren Geschichten sehr wenig ber\xFChret haben*). Hierauf beziehet er sich auf die Geschlechtstafel, der Freyherrn, und Grafen Thurso, welche damals vorhanden war, und woraus erhellet, da\xDF dieses Geschlecht schon \xFCber 300 Jahre ber\xFChmt gewesen**). Um aber seinen Satz zu beweisen, beruft er sich auf Ottonen Thurso, welcher vor 300 Jahren hier zu Wien, bey den P. P. Minoriten, begraben worden ist***).
Nach diesem f\xFChret er Georg I. Thuso an, von welchem alle Freyherrn, und Grafen Thurso, die in Ungarn gewohnet haben, abstammen*). Er nennet einige derselben, und
*) Nos Hungari admiramur, nec immerito, exoticarum Nationum accuratam illam, & exquisitam solertiam in texcanda, posteritatique consecranda suorum temporum historia. Ipsi interim parum sumus diligentes, ut sciant successores quid nobiscum fiat; ut longe plura, & meliora exteri homines de rebus bene gestis majorum nostrorum memoriae tradiderint, quam populares nostri, neque dubium est, hanc subelle causam, cur aliquot praecipui nominis familiarum lampas, obscurius lumen ad nos spargat.
**) Conditor Historiae Hungaricae, unus & alter probavit quidem hac in parte fiidfem aliquam posteritati. Praetcr tamen Historicos annales, est prae manibus domui isti Thurzonianae incredibili latitudine deducens ramos, & brachia Arbor, argumentum scilicet infallibile stirpis vetustissimae , utpote, quae antc trecentos, eoque amplius annos, antiqitatis laude fuerit venerabilis. Es w\xE4re zu w\xFCnschen gewesen, da\xDF der gelehrte Georg Zavodssky, welcher als Secretair bey Georg Thurzo Palatino gestanden, und das Diarium rerum per Hungariam ab Anno 1586. usque ad" annum 1624. geschrieben hat. diese Geschlechtstafel zum Druck bef\xF6rdert, und mit gelehrten Anmerkungen erl\xE4utert h\xE4tte.
***) Hujus rei ....... hodieque extat Viennae Austriae in Basilica Minoritarum, Marmor, seu Monumentum ante annos trecentos positum cum tali incriptione: Otho Thurzo hic jacet sepultus.
*) S. 14. 15. Post Othonem istum arboris Thurzonicae ramos latius patentes diduxit Georgius Thurzo de Bethlehenfalva, ejas nominis primus, Capnt, & Princeps samentis, qui velut nova quaedam fementis extitit ab Othone illo descendens, ubi nequaquam videntur silentio involvenda, serie concune sibi succendentes stirpis vetustae propagines ali-
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machet den Anfang von denjenigen, welche in den geistlichen Stand getreten, und ber\xFChmte Bisch\xF6fe worden sind. Der erste ist Sigismund Thurso, welcher erstlich Bischof von Siebenb\xFCrgen, wie man oben gezeiget, hernach von Neutra, auf die lezt aber von Gro\xDFwardein geworden ist**).
Auf diesen folget Johann Thurso, welcher Bischof von Bre\xDFlau gesesen, und die Gelehrsamkeit sehr bef\xF6rderte***) Der Dritte war Stanislaus Thurso Bischof von Olm\xFCtz****), von diesem h\xE4tte er anf\xFChren k\xF6nnen, da\xDF er bey den K\xF6nigen
quot & lumina, ordine in utroque, tam Ecclesiastico quam politico.
**) inter Ecclesiasticos primus occurrit Sigismundus Thurzo de Bethlehemfalva, primo Nitrensium, tandem Varadiensium Ecclesiarum Praesul & Antistes. Es wird dem Verfasser unbekannt gewesen seyn, da\xDF er im Jahre 1505. Bischof von Siebenb\xFCrgen gewesen.
***) Secundus Johannes Thurzo de Bcthlehemfalva Praesul & Antistes Vratislaviensis. Luthero, Melanchtoni, & Erasmo orus, ut hodie Epistolae publice - stantur; er wollte zu Bre\xDFlau eine Universit\xE4t anlegen, welches aber die Pohlen, um die Krakaur Universit\xE4t im Ruf zu erhalten, verhindert haben, Balbin. epit. rer. Boh. l. V. c. XI. S. 572.
****) Tertius princeps Stanislaus Thurzo de Bethlehemfalva hujus nommis primus Episcopus Olmucensis. Sein Lob ist bey Joh. Dubraw Hist. Boh. Libr. XXXII. anzutreffen.
Uladislaus II. und Ludovicus II. im gr\xF6\xDFten Ansehen gestanden ist.
Nach den geistlichen, f\xFChret er zween weltliche an, die viele, und hohe W\xFCrden, und Ehren\xE4mter in dem K\xF6nigreiche Ungarn verwaltet haben: der erste war Alexius Thurso, von der Zipser Linie, welche unter Ferdinand dem I. Oberster Landrichter und Statthalter in Ungarn geworden ist*). Der andre war Franz Thurso, welcher unter Maximilian dem IIten und Rudolph dem II. ungarischer Kammerpr\xE4sident, und Obersthofmeister gewesen**).
Hierauf ber\xFChrt er die Freyherrn Thurso, von der Zipser Linie, welche vor unserm Palatinus gestorben,
*) In republica inter alios Thurzones fioruit Alexius Thurzo de Bethlehemfalva, hujus ominis primus Judex Curiae amplissimus, & Divi Imperatoris ac Regis Hung. Ferd. I. piae memoriae per Hung. Locumtenens.
**) Hinc praeter alios sequitar demum Franciscus Thurzo, Baro nobilissimus, cujus virtus meruit, ut duobus Augustissimis Imperatoribus, divo Maximiliano, atque Rudolpho, vere secundis, imperii, hujusque regni habenas laudatissime gubernantibus daret, & Camerae Posoniensis praefectum, & suarum Majestatum Curiae Magistrum. Er hat in Italien die h\xF6hern Wissenschaften gelernet. Thurnschwamb zeiget solches mit folgenden worten an. Welchen Franz Thurso der Bischof von Olm\xFCtz, und Herr Alex. Thurso in Italien studiren haben lassen, dass er das Bisthum Neutra \xFCbernommen ec.
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und noch am Leben gewesen sind***). Er zeuget hernach auch die Quellen, aus welchen er diese Nachrichten gesch\xF6pfet, und aus welchen die Geschichte der Thursonischen Geschlechtes hergeleitet und verfertiget werden kann****).
Franz Thurso hatte zwo Gemahlinnen gehabt, die erstere war Barbara von Ko\xDFka, welche keine Kinder hinterlie\xDFe*). Die leztere aber Catharina Sriny, eine Tochter des unsterblichen Nicolaus Sriny, welcher sein Leben bey Vertheidigung des Schlosses Sigeth im Jahre 1566. so heldenm\xFCthig aufgeopfert hat**).
Diese war die Mutter unseres Grafen, und Palatinus Georg Thurso, welcher das Zeitliche im Jahre 1567. erblickte***).
Seine Erziehung besorgte nach dem fr\xFChzeitigen Tode seines Vaters, sein Stiefvater Emericus Forgatsch, einer der ber\xFChmtesten, und gelehrte-
***) S. 16. Stanislaum Thurzonem, hujus nominis secundum, Bernhardum, Alexium , hujus nominis secundum & Johannem Equitem auratum Thurzones, perpetuos terrae scepusienis Comites volens praeterea, cum nonen & sanguis illustrissimo Barone, Domino Stanislao Thursone de Bcthlehemfalva, Alexii secundi filio, perpetuo Comitc tcrrae scepusiensis, Schintavia, Arcis Galgoczy, Temethveny, Bajm\xF3czy, Arcis Gepidarum (Scepusiensis) Richnaviaeque Domino, stirpis nominis amplissimarumque, fortunarum , felici, cum tribus per DEI gratiam filiis, Stanislao , Adamo, & Michaele haerede &c.
****) Qui plenam praterea Historiam, de Thurzonum heroicis in rempublicam meritis, cognoscere cupit, consulere potest, inter alios, ingeniosissimos illos Poetas, & Historicos elapsi Annorum Centenarii, Joanncm Dubravium, Ursinum Velium, Joachimum Vadianum, Udalricum Huttenum, equitem Germanum, sicut & Caesareum Historicum Joannem Sumbucum in appendice Bonfinii,-beat Rhenani praefationem in Tertullianum.
*) S. 17. Franciscus porro ille Thurzo, ducta prima vitae focia, generos, & magnifica virgine Barbara Spectab. ac Magnifici Domini Nicolai Kostka optimatis condam Hungariae clarissima filia eademque immatura morte, rebus exemta mansit........
**) Quae orbitas exstitit, quaedam occasio, quaerendi, & ineundi matrimonii secundi. Recte autem judicabat Baro nobilissimus clarissimae Domus Thurzonicae lampadem latius corruscaturam, radiosque sparturam, si medio Sancti matrimonii, lumini Thurzonico conjugaret illustre lumen inclitae Domus Comitum Zerinyio. Laudatissimi igitur, & fortissimi illius Comitis Nicolai Zeriny , illustrissimam filiam Comitissam Catharinam, lectissimam adolesccntulam duxit in uxorem.
***) Atque hoc demum est illud illustre par Conjugum, quo de vitalem Spiritum, & Sanguinem hausit proles haec magnifica Illustr. Dominus Comcs p.m. in arte Letawa, anno salutis humanae MDLXVII. quarto nonas Septcmbris. Zawodszky behauptet bey Matth. Bel, in apparatu, ad Histor. Hungariae in Dec. I. Monumen. VII. da\xDF er den 2ten September dieses Zeitliche erblicket. S. 372. natus est Georgius Thurzo, in arca Lcthava, Francisco Thurzo, & Catharina Comitissa a Zrinio Parentibus Anno Christi 1567. die 2. Septembris
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sten Magnaten von Ungarn*). Seine Lehrer waren: Basilius Gerstmann, Nicodemus Sartorius. M. Erhardus, und auf die lezt Johannes Pruno**).
Im 17ten Jahre seines Alters, nachdem er in dem ihme n\xF6thigen Wissenschaften einen guten Grund geleget hatte, begab er sich an den Hof des Erzherzogs Ernestus, um als Edelknab, die bereits erlangten
*) His talibus, tantisquc ortus parentibus noster p. m. illustris Dominus Comes, qualcm tandem nactus est educationem? Sane omnimodo idoneam, & laudabilem: ductu quippe, & solertia materna, Illustrissimae comititiae, genitricis charissimae, sicut etiam spectabilis ac Magnif. Domini. p. m. Emerici Forgach de Gymes, equitis aurati, vitrici; Magnatis ea aetate in Hungaria doctissimi & literatissimo, pueritiae, adolescentiaeqe annos totos, omnium virtutum Reginae: pietati; Bonestis litteris, artibus liberalibus, morumque amoenissimorum culturae domi, iui, forisque consecravit.
**) S. 19. Feliciori illo Saeculo, generosae huic indoli, aeminiculo fuere boni Praeceptores, indoneique Magistri, Batilius Gersimannus, silesius vir nobilis. Deinde clarissimus ille Nicodemus Sartorius Neos…entis, postea Ecclesiae, Venerosolii, patriae meae charissimae Pastor. Vir Apostolicus. Post hunc M. Erhardus Schemnicziensis. Ultimus omnium joh. Pruno Galgoczens, vir praetor aetatem, ingenio cultissimo, eruditione varia, & inter pares fere incomparabili.
Einsichten, durch den Umgang, mit hohen Standespersonen, und die hieraus folgende Erfahrung, erweitern, und sich in den Staatssachen \xFCben zu k\xF6nnen. Er geno\xDF aber kaum ein Jahr dieses hohe Gl\xFCck Der unvermuthete Todesfall seiner Mutter versezte ihn, in die Nothwendigkeit, den erzherzoglichen Hof zu verlassen, und sich auf seine G\xFCther, und Herrschaften zu verf\xFCgen.*)
(Die Fortsetzung folgt.)
*) Quia autem illustri loco natis adolescentibus valde honorificum, & ucile est, versari in aulis, seu Monarcharum, seu aliorum magnorum Ducum, & Principum Comitau; annum aetatis ingressus decimum septimum elegantique in re litteraria facto profectu, superiorum voluntate, a mansuetioribus musarum studiis, sic postulante etiam conditione stemmatis, transiit in Archiducalem aulam Serenissimi Principis, & Archiducis Austriae Ernesti p.m. Sed praeter spem, & expectationem accidit, ut aulicum hoc elegantiorum morum, heroicarumque exercitationum emporium suae Cclsitudini diuturnum esse non potuerit, istam occasionem quodam modo intercipiente, & interpellante luctuoso obitu Illustrissimae Comitissae, & Dominae Genitricis desideratissimae, ut ab hoc unico post DEUM Materni solatii praesidio, & curateia depulsus. invitus tandem cogeretur Archiducalis Aulae Studiis, ac Officiis valedicere, ditionum suarum unicus haeres administrationem suscipcere &c.
In Wien zu haben in der Baderischen Buchhandlung neben dem Todtenkopf in der Bognergasse.