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Bl\xE4ttern: < IV. Jahrgang, XXXV. St\xFCck -
IV. Jahrgang, XXXVII. St\xFCck >
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IV. Jahrgang, XXXVI. St\xFCck, den 7. September 1774.
I. Wissenschaften
Litteratur.
Fortsetzung des Versuchs einer Geschichte der Buchdruckerey in Ungarn.
Da\xDF die Erfindung der \xFCber alles edlen und vortreflichen Buchdruckerkunst, nicht \xFCber das Jahr 1450. hinausgesetzet werden k\xF6nne; dieses setzen die besten und gr\xFCndlichsten hieher geh\xF6rigen historischen Nachrichten, au\xDFer allen Zweifel. Man darf nur die von uns angef\xFChrte sch\xF6ne Schrift des Paulus Paters, und dabey, wo m\xF6glich, die hierinn noch mehr bedeutende neuere, und in dieser Sache alles \xFCbertreffende Schriften, n\xE4mlich die Vindicias Typograchicas des ber\xFChmten Herrn Rath Sch\xF6pflins zu Stra\xDFburg, und die Origines Typographicas des Gerard Meermann, so im Jahre 1765. im Haag bey van Daalen herausgekommen, lesen, um hierinn zu einer, v\xF6lligen Gewi\xDFheit zu gelangen. Drey\xDFig, bis vierzig und mehr Jahre vergiengen darauf, bis diese Kunst zu ihrer ersten Vollkommenheit gelanget ist, und dieses so gl\xFCcklich zu Welt gebrachte Kind, gleichsam aus seiner Wiege herausgenommen, und dem Publikum in einer ansehnlichern Gestalt, und vollkommenern Ausbildung und Sch\xF6nheit, gezeiget werden konnte. Die mit einiger Vollkommenheit zuerst gedruckten B\xFCcher, die in der Geschichte dieser Kunst angef\xFChret, und in die Jahre 1460 und folgende hineingesetzet werden, dienen hierinn zum Beweise. Der ber\xFChmte und gelehrte Typograph Sixtus Argentinensis brachte diese Kunst um das Jahr 1471 zuerst nach Neapel; und der durch diese Kunst, so, wie durch seine Gelehrsamkeit noch ber\xFChmtere Venetianer Aldus Pius Manutius oder Manuccius, der dieselbe um das Jahr 1500. zuerst mit dem Griechischen und hebr\xE4ischen Typus berei-
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cherte war gleichsam der erste, der sie mit dem gleich ber\xFChmten Stephanen zu Paris, und den Frobenen zu Basel, nebst andern um diese Zeit lebenben, und in dieser Kunst ber\xFChmten M\xE4nnern, in ihrer rechten Reife und Vollkommenheit darstellte.
Wir haben dieses nicht unber\xFChrt lassen k\xF6nnen, um daraus begreiflich zu machen, da\xDF man sich gar nicht zu wundern h\xE4tte, wenn es mit dieser vortreflichen Kunst, in dem K\xF6nigreiche Ungarn, nach ihrer ersten Erfindung, in Ansehung ihrer Aufnahme und gelehrten Gebrauchs, nicht eben so schnell, und noch weit langsamer, als doch wirklich geschehen, zugegangen w\xE4re; da dieselbe, wie wir gezeiget haben, so gar in denjenigen L\xE4ndern, in welchen dieselbe zuerst zum Vorschein gekommen, und unter den g\xFCnstigsten Umst\xE4nden, sogleich ihren gl\xFCcklichsten Fortgang haben konnte, nicht anders, als nur nach und nach, und mit einiger Langsamkeit, wie es denn bey einer so au\xDFerordentlichen Erfindung auch nicht anders seyn k\xF6nnen, ihre rechte Ausbreitung und Vollkommenheit erreicht hat. Es ist auch hierinn Ehre genug f\xFCr Ungarn, da\xDF es bey allen, durch die steten Kriege verursachten gro\xDFen Hindernissen, eines der ersten K\xF6nigreiche gewesen, welches diese edle Kunst, so gleich binnen seiner Gr\xE4nzen, und so, wie sie es verdiente, selbst in seine damals besonders sehr ber\xFChmte Haupt- und k\xF6niglichen Residenzstadt Ofen, unter der glorreichsten Regierung eines gro\xDFen Matthias Corvins, dieses Helden - und Musenfreundes vom ersten Range, aufgenommen. Niemanden, der mit der Geschichte der Litteratur damaliger Zeiten, und zugleich mit der Geschichte dieses gro\xDFen K\xF6niges bekannt ist, k\xF6nnen dessen au\xDFerordentlich gro\xDFe Verdienste um die K\xFCnste und Wissenschaften unbekannt seyn. Alle \xE4ltere und neuere gelehrte Nachrichten, von der so sehr ber\xFChmten Corvinischen Bibliothek, f\xFChren den Beweis davon. Und man kann daraus den sichern Schlu\xDF machen, da\xDF dieser wahrhaftige Ungarische Philadelph, der, wie jener, ehedem in seiner k\xF6niglichen Stadt Alexandrien, eben also in seiner nicht weniger ber\xFChmten k\xF6niglichen Residenzstadt Ofen, die gelehrten Sch\xE4tze der ganzen Welt, mit m\xF6glichster Sorgfalt, und einem k\xF6niglichen Aufwand zusammenzubringen bem\xFChet gewesen, in Absicht auf eine so w\xFCnschenswerth gewesene Kunst und Erfindung, die sogleich, als das bequemeste H\xFClfsmittel zur leichtesten Vermehrung seiner gelehrten Sch\xE4tze angesehen werden muste, lange gleichg\xFCltig h\xE4tte seyn k\xF6nnen*).
*) Wir empfehlen hiervon zum Nachlesen, au\xDFer der schon in diesen Bl\xE4ttern angepriesenen neuesten Schrift, von der Corvinischen Bibliothek, die sch\xF6ne Commentation des Herrn Pauli Fabri Neosol. Hung. de Augusta Budensi Bibliotheca, so im Jahre 1756. zu Leipzig herausgekommen,
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Um die Zeit, da, wie wir oben bemerkete Sixtus Arbentiensis, diese Kunst nach Neapel brachte, und Deutschland und Italien damit erst recht zu Stande kam, n\xE4mlich, um das Jahr 1470. hatte die k\xF6niglich ungarische Residenzstadt Ofen, der damaligen sehr kriegerischen Zeitl\xE4ufte ohngeachtet, ihre eigene wohl eingerichtetet sch\xF6ne Buchdruckerey, unter der Aufsicht und Direktion, oder auch vielleicht in eigenem Besitz, und eigener freyer Disposition, eine Gelehrten, in Deutschland und Italien gebildeten Typographs, mit Namen Andreas He\xDF, wie solches, aus der von ihm im Jahre 1473. daselbst herausgegebenen lateinischen Chronik des K\xF6nigreichs Ungarn, wovon wir
*) und in welcher alle hieher geh\xF6rige Schriften angef\xFChret werden. Wie aus der Beschreibung des Nicol. Olahus, als eines Auenzeugen von dieser Bibliothek erhellet, die in dem Adparat. Beliano p. 9. zu lesen, so hat dieselbe fast durchgehends aus Mspt. und dem kleinten Theil noch, aus gedruckten B\xFCchern bestanden, wie es denn auch nicht anderes seyn k\xF6nnen: und ist es, wie Herr Paul Fabri l. c. wohl angemerket, ganz offenbar \xFCbertrieben, wenn sowohl, der sonst sehr vortrefliche Fabricius in seinem Abri\xDF einer allgemeinen Historie der Gelehrsamkeit T. II. p. 887. als auch Lomeierus in seinem Tract. Biblioth. c. IX. behaupten wollen, da\xDF in der, freylich sehr herrlichen Corvinischen Bibliothek, bis funfzig tausend gedruckte B\xFCcher, au\xDFer der ungeheuren Menge von Mspt. befindlich gewesen. Denn woe h\xE4tte um diese Zeit eine so unglaublich gro\xDFe Zahl von gedruckten B\xFCchern herkommen sollen, da die noch nicht so lange erfundene Buchdruckerkunst, wie wir gesehen, damals gleichsam nur noch in der Wiege gelegen.
ein Exemplar, eben vor uns haben, und aus seinen eigenen in der Vorrede oder Dedication von sich, und dieser seiner Arbeit gegebenen Nachrichten, zu ersehen ist. Das Buch ist in so genanntem Folio Format, der Typus, nach der neuern vollkommern Art, rund und sch\xF6n, dem vortreflichen Stephanischen und Frobenianischen Schriften, inder Form und Gr\xF6\xDFe, der von diesen Kunstverst\xE4ndigen so genannten tertia Longobardica, oder nova tertia antiqua v\xF6llig gleich, ohne allen so genannten M\xF6nchscharakteren; die Anfangsbuchstaben vor jedem Haupttheil der Chronik, sind nach damaliger Gewohnheit, in gro\xDFer Uncialform dazu geschrieben, und mit verschiedenen Farben ausgemacht; Die Anfangsbuchstaben eines jeden Capitels und Abschnittes etwas kleiner und roth;die Anfangsbuchstabe neines jeden Perioden, ordentlich abgedruckte kleinere Romanbuchstaben gelb gef\xE4rbt; vor einer jeden im Text, ohne besondern Absatz, vorkommenden neuen historischen Nachricht, stehet ein besonderes Anzeigungszeichen, wie ein verl\xE4ngertes c. mit rother Tinte*).
*) Das Titelblatt des Buches fehlt. Die Vorrede oder Dedication auf dem andern Blatt (man findet aber im Buche selbst weder die Seiten noch die Bl\xE4tter mit Zahlen bezeichnet) f\xE4ngt also an: „Ad venerandum Dominum Ladislaum prepositum ecclesie Bundenn: protho - notarium Apostolicum: nec non vicecancellarium Serenissimi regis Mathie in cronica Hungarorum Andree prefatio.
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An eben dieses Volumen, welches die Chronik des Andreas He\xDF in sich enth\xE4lt, ist ein anderes Volumen angebunden, ohne Titelblatt, und ohne irgend eine ausdr\xFCckliche Meldung des Druckortes, blo\xDF mit der am Ende vorkommenden Anzeige des Jahres mit den deutschen Buchstaben: Lxxjjj; womit das 1473ste Jahr offenbar angezeiget wird, welches die Commentarios Julii Caesaris de bello Gallico in sich enth\xE4lt, und mit einem etwas kleinern, mehr in die M\xF6nchsschrift und den deutschen Charakter fallenden Typus abgedruckt, und nach aller Wahrscheinlichkeit, auch zu Ofen herausgekommen ist; denn auf den R\xE4ndern desselben, die sehr breit sind; so wie das Papier in beyden sehr vortreflich ist; zeigen sich geschriebene Anmerkungen einer Hand, die so alt, als das Buch selbst seyn mu\xDF, und muthma\xDFlich die Hand des ersten Besitzers dieser beyden B\xFCcher ist, der, wie er sie in einem Jahre und zu einer Zeit aus der Presse erhalten, auch sogleich zu seinem Gebrauch zusammen heften und binden lassen. Der Band hat gewi\xDF alle Merkmale, des Alterthums der B\xFCcher an sich. Da\xDF es bey diesen wenigen Versuchen und Abdr\xFCcken nicht werde geblieben seyn, l\xE4sset sich leicht schlie\xDFen; ob wir gleich bey aller Bem\xFChung, etwas mehr von solchen Ungarischen Druckalterth\xFCmern zu erforschen, oder gar zu Gesichte zubekommen, bisher nicht gl\xFCcklich gewesen sind. Vielleicht finden sich andre gelehrte Freunde geneigt, diesen geringen Versuch, durch ihre g\xFCtige Beytr\xE4ge zu vermehren: uns mag es vor izt genug seyn, mit dem, was wir sicher haben anf\xFChren k\xF6nnen, die fr\xFChzeitige Aufnahme, und baldigen zweckm\xE4\xDFigen Gebrauch dieser vortreflichen Kunst und Erfindung in unserm lieben Vaterlande vollkommen erwiesen zu haben; welches uns auch ein um so gr\xF6\xDFeres Vergn\xFCgen verursachet, da selbst, ein, auf alle nur zu entdeckende Vorz\xFCge seines Vaterlandes eyfrigst aufmerksamer Bel bey der ausf\xFChrlichsten und genauesten Beschreibung der Ungarischen Hauptstadt 0fen, die im III. Tom seines gro\xDFes Werkes vorkommt, aus Mangel sicherer Nachrichten, hievon gar nichts erw\xE4hnet hat: ob er gleich sonst, von den gro\xDFen Verdiensten des K\xF6niges Matthias Corvinus um die Littera-
Cum superiori tempore venerande Domine in latio versarer &c.
Auf der letzten Seite, nach dem v\xF6lligen Ende des Werks, stehen diese Worte: "Finita Bude Anno dni M. CCCC. LXXXIII, in vigilia penthecostes - per Andrea Hess." Der Herr P. Kaprinay hat dieses rare Exemplar mit aller Genauigkeit abschreiben lassen, ohnstreitig in der Absicht, dasselbe in irgend einer Collection, oder auch sonst auf eine ihm beliebige Art dem Publikum mitzutheilen, und dabey das n\xF6thige in Ansehung des Verfassers, und \xFCbrigen Umst\xE4nde mit mehrerm bekannt zu machen. Wir lassen es also bey dem, was wir davon gesaget, bewenden, wenn wir nur noch so viel hinzugesetzet, da\xDF dieses Alterthum, dem ohnl\xE4ngst in dieser Gegend verstorbenen Herrn Thomas Deschefi von Eschernek zum eigentlichen Besitzer gehabt habe.
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tur, und von allen hieher geh\xF6rigen V\xF6rz\xFCgen und Merkw\xFCrdigkeiten dieser ber\xFChmten Stadt, alles m\xF6gliche, mit der weitl\xE4uftigsten Belesenheit, angef\xFChret hat.
Ob au\xDFer der Stadt Ofen, sonst in dem K\xF6nigreiche in den damaligen Zeiten, einige Spuren der Buchdruckerey zu entdecken sind, la\xDFen wir, da wir nichts gewisses davon sagen k\xF6nnen, dahin gestellet seyn.
(Die Fortsetzung folgt.)
II. Ungarische Geschichte.
Beschlu\xDF des Versuchs einer Familiengeschichte des Gr\xE4flich Thursonischen Hauses.
Im Jahre 1585. verm\xE4hlte er sich mit Sophia Forgatsch, deren Vater das Kommando, in den jenseits der Donau gelegenen Krei\xDFen gef\xFChret, und im K\xF6nigreich Oberster Mundschenk, auch kaiserl. k\xF6nigl. Rath gewesen ist*). Mit dieser erhielte er einen Sohn Franciscum, und zwo T\xF6chter Susannam, und Juditham**).
Im Jahre 1590. den 27. November starb diese Sophia, und im Jahre 1592. den 2. February, verehelichte er sich zum zweytenmale mit Elisabeth Czobor*), und zeigte mit ihr
*) S. 20. Quare annorum octodecim adolescens Anno 1585. circa Martinalia adscivit sibi vitae sociam pervetusto illustrique genere Virginem Magnificam Sophiam bellicosi illius, & proprii sanguinis pro Patria prodigi herois Simeonis Forgachii de Gyemes, generalis condam Regni Hungariae partium eis Danubianarum j Capitanei laudatissimi, Pincernarum Regalium Magistri, Caes. Regiaeque Majestatis Consiliarii &c. filiam. Zavodszky in Diario S. 373.
**) Franciscus lebte nur etliche Tage. Susanna verm\xE4hlte sich erstlich mit Stephan Periny, Obergespann, der Gespannschaft Abaujwar, nach seinem Tode aber mit Michael Czobor de Czobor Szentmihaly. Juditha wurde an Andreas Jakusith de Orbova verheyrathet. S. 21.
*) Ubi tamen Sophia haec, veluti generosa quaedam vitis Horens in lateribus Domus Domini sui, quarto uterum gereret, militiaque parturientium superata occubuisset, dedit occasionem Illustris. Comiti p. m. cogitandi de matrimonio secundo, ut biennio post vitae sociam duceret, Generosam, & Magnificam Virginem Elisabetham Czobor, Spectabilis, ac Magnifici Domini Emcrici Czobor, de Czobor Szentmihaly, Officii Palatinalis Vicem gerentis, & Cubiculariorum Regalium per Hung. Magistri &c. filiam. Zavodszky in Diario S. 373.
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zween S\xF6hne**) und sieben T\xF6chter***).
Im IV. Theil seiner Rede erz\xE4hlet er die f\xFCrnehmsten Thaten, unseres Grafens, und Palatinus.
Er bahnte sich n\xE4mlich durch seine Kriegsdienste den Weg zu h\xF6hern Ehrenstellen im Lande, und wurde schon im Jahre 1592. obrister Truches im K\xF6nigreich*). Im Jahre 1602. den 12. September bekam er das Kommando, jenseits der Donau, und die Kommendantenstelle im Neuh\xE4\xDFler Gebiethe**)
In der durch Stephan Botschkay in Ungarn im Jahre 1604. erregten innerlichen Unruhe hielte es unser Graf mit Kaiser Rudolph dem K\xF6nige von Ungarn, und lie\xDF sich weder durch die, ihm angebothenen nahmhaften Vortheile nach durch Drohungen, noch durch Verheerung seiner G\xFCter, zum Abfall von ihme verleiten. Rudolph belohnte, nach der, dem Allerdurchlauchtigsten Hause ganz eigenem Huld und Milde, diese seine Treue; indeme er ihm die Herrschaft Orava, welche er bis dahin nur Pfandweise besessen, f\xFCr seine m\xE4nnliche und weibliche Erben geschenket, und ihn zugleich zum Erbobergespann von der Gespannschaft dieses Namens gemacht hat.*).
**) Joannes war der erste, welcher aber in der Wiege noch gestorben, und der andere Emericus Thurso, welcher auf der ber\xFChmten Universit\xE4t zu Wittenberg, die h\xF6heren Wissenschaften erlernet, und zugleich einen Rectorem Magnificum auf dieser Universit\xE4t, mit Genehmhaltung, des Churf\xFCrsten von Sachsen abgegeben hat. S. 21. 22.
***) Diese hei\xDFen Barbara, welche Graf Christoph Erd\xF6di von Monjorok\xF6rek zur Gemahlinn bekommen hat; Helena des Grafen Kaspar Illieschhasi Gemahlinn, Maria Anna, Catharina, Anna, Elisabetha, und Sophia. Davon S. 21. 22. und 23. zu lesen.
*) Res gestas Illustris Domini Comitis p.m. pandent, & explicabunt nobis, ipsi gradus honorum, & dignitatum, qui viventem, & execperunt, & exercuerunt. Postquam enim annis bene multis, sub Francisco Dobo de Ruszka, & Nicolao Palffy de Erd\xF6d, Ducibus fortissimis, & generalibus partium Regni Cis-Danubianarum Capitaneis, stipendia meruisset, tandem ob egregie, strenueque navatam in militaribus cxercitiis operam Divi Imp. Rudolphi II. Clementi Decreto in Generalibus Regni Comitiis, primo Regii Consiliarii mox Baronatus, Pincernatum Dapiserorumque Regalium Magistr. digni ates in hoc Regno aflecutus est. Kaiserlich - k\xF6niglicher Rath wurde er im Jahre 1598. Zavodszkey S. 373. Consiliarius Rudolphi II. Imp. creatus 1598. in Martio. Im Jahre 1599 bekame er die die W\xFCrde des k\xF6niglich Ungarischen obristen Mundschenkens. Zavodszky S. 273. Pincernarum regalium per Hung. Magister & Baro A. 1599.
**) S. 24. S. 24. Inde factum, ut juveni viro summo Caes. Regiaeque Majestatis, & Senatus Regii Consensu conferretur, sublimis illa quidem, sed, & laboriosa, non tantum, Generalis partium Cis - Danubianarum sed & supremi praesidii Ujvarien. Capitaneus provincia Zavodszky S. 273.
*) Quid Herois hujus, in administrando tanto munere fides, & singularis soler-
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In dem darauf folgenden Jahre bekam er au\xDFer einigen Vorz\xFCgen, wodurch sein Wappen gezieret worden, auch die sch\xF6ne Herrschsaft Tokay*).
Im Jahre 1608 wurde unter seiner Aufsicht, und Anf\xFChrung, die Ungarische Krone von Prag nach Pre\xDFburg zur\xFCck gebracht**).
tia toto triennio praestiterit, merueritque luculentissimo testimonio esse potest, haud vulgare illud virtutis praemium, quod Anno 1606. postquam aestus illi insurrectionis Hungariae deferbuissent, a Caesarea Majestate Rudolpho II. accepit honorarium, nimirum vocabulum, & titulum Liberi perpetuique Comitis de Arva, sicuti etiam ipsa bona castri Arva, & quidem perenneli jure, pro se, & posteritatibus suis universis. Im Jahre 1595. den 24. August, wurde diese Herrschaft ihme, Georg Thurso seinem \xE4ltesten Sohne, wenn aber kein Sohn vorhanden seyn w\xFCrde, seiner \xE4ltesten Tochter f\xFCr 25216. Ungarische Gulden, und 25 Dena versetzet. Im Jahre 1606. den 7. Martii wurde sie ihme, und seinen m\xE4nn- und weiblichen Erben geschenket. In der Schenkungsurkunde werden seine Verdienste -folgenderma\xDFen ausgedruckt, ad praeclaram fidem, & fidelitatis integritatem, fideliumque & constatium servitiorum, gratissima, & cumulata merita, fidelis nostri Magnifici Georgii Thurzo de Betlehemfalva Comitatus Arvensis Comitis Dapiferorum nostrorum Regalium in Ungaria Magistri, & Consiliarii nostri, quae ipse, Sacrae primum Regni nostri Coronae Hung. & deinde Majestati nostrae ab ineunte aetate sua, gravioribus negotiis suis, & servitiis, idonea, atque ab initio statim felicis nostri Regiminis, ad praesens usque in diversis arduis rebus, & negotiis fidei suae concreditis, officiisque & functionibus, tum militaribus, tum dicti Regni nostri publicis, pacis, & belli tempore, tum contra infensissimos nominis Christiani hostes Turcas, quam vero in proximis hisce perniciosis tumulibus (n\xE4mlich Botskajianis) & nocivis motibus, qui dictum regnum nostrum Hungariae, cum memorabili dura clade aliquamdiu peruagati sunt, cum bonorum suorum jactura. cum vitae etiam periculo conjuncta, neque ullis impensis, aut gravibus, sumptibus curatis, sed in fideli nostro obsequio constantissime perseverando &c. Da\xDF aber nicht nur ihme, und seinen m\xE4nnlichen, sondern auch weiblichen Erben diese Herrschaft geschenket worden sey, erhellet aus nachfolgendem, in der n\xE4mlichen Schenkungsurkunde anzutreffenden Worten, — praenominato Georgio Thurzo, haeredibusque & Posteritatibus ejusdem utriusque sexus, univcrsis dedimus, & donavimus, & contulimus, tali cxpressa cum Conditione, ut videlicct idem Castrum Arva, cum suis pertinentiis, sexum masculinum & Liberos ejus exstante, illum solum, deficiente vero etiam femineum concernat &c.
*) In der Lob- und Leichenrede S. 25. quibus adde insignium armorumque gentilitiorum ampliationem, cum Tokajensium bonorum justo juris Titulo accessione.
**) Tacco memorabilem optimi istius Gubernatoris fidcm erga patriam, quam penes Majestatem Caesaream adhibuit in illa mirabili coronae regni, in patriae sinum, & gremium restitutione. Testes estis vos ipsi cives amplissimi, testis patria, testis sua Caes. Majestas, testes erunt ipsi annales & historia temporis nuncia. Illustrissimum Comitem p.m. in illa memorabili plane expeditionc, non gregarium aliquem Tribunum; sei Generalem & Suprcnum Campestris Equitatus, & Peditatus Ungarici Imperatorem, suaeque Majestatis nomine incruenti Martis Sapientissimum moderatorem extitisse.
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Das Jahr 1609. brachte ihme die h\xF6chste W\xFCrde im K\xF6nigreiche indeme er, an des verstorbenen Grafens Stephan Illieschhasy Stelle, zum Palatinus des K\xF6nigreichs Ungarn einhellig und einstimmig erw\xE4hlet, und vom K\xF6nige Matthias dem II. best\xE4tiget worden*).
Hierauf erz\xE4hlet der Verfasser S. 26 — 34. seine vorz\xFCgliche Tugenden, und Verdienste, welche ihn unsterblich gemacht haben. S. 34 — 38. zeiget er, wie er sich in seinen Krankheiten zum Tode. zubereitet, und hernach mit gr\xF6\xDFter Gelassenheit, und Sanftmuth seinen Geist aufgeben hat.**). Weder den Tag noch
*) Ne ergo virtus beniignissima hujus altrix, clientem suum deferuisse unquam videretur, anno mox sequente 1609. post tot & tanta in rempublicam, suam Majestatem, inque Augustissimam Domum Austriacam merita, novis ipsum subselliis evexit, & auxit, per clementissimam suae Majestatis Regiae annuentiam, procerumqae Regni suffragia legitima. Factum est istud Posonii in generalibus Regni Comitiis, cum post Regiam Dignitatum apex Palatinus. Illustriss. Domino conferretur, & demandaretur.
**) Sein weitl\xE4uftiges Testament darinn in Ansehung seiner gro\xDFen G\xFCther eine Verordnung gemacht wird, hat der Kaiser und K\xF6nig Mathias in der k\xF6niglichen freyen Stadt Pre\xDFburg im Jahre Christi 1615. den 19. Januari bekr\xE4ftiget und best\xE4ttiget.
das Jahr seines Todes hat Abrahamides ber\xFChrt. Doch diesen Mangel kann man sehr leicht aus des Georgii Zawodsky Diario rerum Hung. morabil. S. 375. ersetzen. Er ist n\xE4mlich im Jahre 1616. den 24. Christmonats im 49. Jahres seines Alters im achten aber seiner Palatinusw\xFCrde verschieden*), und im Jahre 1617. den 19. Hornung, zu Bitsche in der Trenschiner Gespannschaft standesm\xE4\xDFig begraben worden**).
J. B. in K.
*) Zavodszky S. 373. Tandem Domino DEO sic moderante, ultimam vitae suae periodum pie admodum, placideque clausit in arce sua Bicsensi die 24. Decembris circa horam noctis nonam anno Domini 1616. aetatis suae 49. cui ego non vane sic parentavi:
Solstitium brumale fuit, cum Pannoniae sol
Thurzo Palatinus Patriae Pater occidit Eheu!
Instat naufragium, serva nos Chrifte Redemtor!
**) Zavodszky S. 374. Anno Domini 1617. die 19. Febr. Exsequiae Domini Comitis Palatini, in Ecclesia Bicsensi honorifice admodum, liberaliter, & ornatissime peractae.
In Wien zu haben in der Baderischen Buchhandlung neben dem Todtenkopf in der Bognergasse.