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Bl\xE4ttern: < V. Jahrgang, XVIII. St\xFCck -
V. Jahrgang, XX. St\xFCck >
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V. Jahrgang, XIX. St\xFCck, den 10. May 1775.
I. Wissenschaften.
M\xFCnzwissenschaft.
Eine Denkmedaille, die zum Andenken der Kr\xF6nung Ferdinand des IIIten zum K\xF6nige von Ungarn gepr\xE4get worden ist.
I. Beschreibung der M\xFCnze.
Die erste Seite derselben, zeiget das geharnischte Brustbild, Ferdinand des IIIten, im linkssehenden Durchschnitt, mit langen Haaren, mit dem Lorberkranz und das Haupt, und dem goldenen Vlie\xDF um den Hals. Das Brustbild umgeben zween Lorberzweige; \xFCber dem Haupte schwebt ein Engelskopf, und unten stehen die Buchstaben H. G. womit der Name des Stempelschneiders, oder eines andern vornehmen M\xFCnzbeamten bezeichnet wird. Umschrift: FERDINAND. III. D. G. RO. J. S.
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AVG. GE. HV. BOH. REX *). Die andere Seite enth\xE4lt neun, in Form eines Cirkels zusammengewundene Wappenschildchen, mit beygesetzten Namensanfangsbuchstaben, eben so vieler, der heiligen ungarischen Krone
unterth\xE4nigen Reiche **). In der Mitte, in einem besondern Cirkel, ein Wappenschild, mit dem gedoppelten k\xF6niglich-ungarischen Wappen, um welchen die Schrift zu lesen: HUNGARIAE.
II. Historische Erkl\xE4rung.
Der um die ungarische Heraldik verdiente Herr von Palm, sagt in seiner Abhandlung, von den Titeln und Wappen, welche Maria Theresia als apostolischen K\xF6niginn von Hungarn f\xFChret; S. 12. unten in der Anmerkung (a): "In dem Oestreichischen Zeitpunkte, war beyneben gebr\xE4uchlich, bey der Kr\xF6nung, goldene und silberne Denkm\xFCnzen auszutheilen, die auf der einen
*) Mit was f\xFCr Grund, diese Titulatur auf unsere M\xFCnze gekommen, bey der Kr\xF6nung eines Prinzen, der damals weder r\xF6mischer Kaiser, nocht auch K\xF6nig von B\xF6hmen gewesen, k\xF6nnen wir nicht sagen. Auf der \xE4nlichen M\xFCnze Mathias II. finden wir das nicht; wohl aber auf jener, die auf Ferdinand des II. ungarische Kr\xF6nung ausgepr\xE4get worden ist.
**) Diese Wappen bedeuten folgende L\xE4nder: 1) Dalmatien; 2) Kroatien; 3) Sklavonien; 4) Rama; 5) Servien; 6) Gallizien; 7) Lodomerien; 8) Kumanien; 9) Bulgarien. S. die Erl\xE4uterung derselben; im XLVIII. St\xFCcke des IVten Jahrganges.
Seite das Bild des neuen K\xF6niges, auf der andern aber, die Wappen bemeldter K\xF6nigreiche vorstellten."
Dieses gilt nur von dreyen ungarischen K\xF6nigen, aus dem allerdruchlauchtigstem Erzhause von Oestreich, n\xE4mlich von Mathias dem IIten, Ferdinand gleichfalls dem IIten und Ferdinand dem IIIten*). Von den \xFCbrigen ungarischen K\xF6nigen, aus diesem glorreichen Hause, k\xF6nnen dergleichen Kr\xF6nungsmedaillen, nicht aufgewiesen werden; weil keine mehr von dieser Gattung, gepr\xE4get worden sind.
Vorliegende Medaille ist demnach zum Andenken, der k\xF6niglich - ungarischen Kr\xF6unung, Ferdinand des IIIten gepr\xE4get worden, welche den 8ten December im Jahre 1625, zu Oedenburg, mit vielen Feyerlichkeiten, vor sich gieng. Ferdinand der IIte, damaliger K\xF6nig von Ungarn, schrieb auf den 13ten Oktober des gedachten Jahres einen Landtag aus, welcher wichtiger Ursachen wegen, nicht, wie gew\xF6hnlich, zu Pre\xDFburg; sondern zu Oedenburg sollte gehalten werden. Am bestimmten Tage kam der Kaiser mit der kaiserlichen Gemahlinn, dem Erzherzoge, nachherigen K\xF6nig und Thronfolger, und den Erzherzoginnen
*) Die zwey ersten haben wir schon erl\xE4utert jene im XLVIII. St\xFCcke des IVten Jahrganges, diese in I. St\xFCck dieses Jahrganges.
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in Oedenburg an; begleitet von dem p\xE4bstlichen Nuntius, Karl Karafa **), und von dem Gesandten des K\xF6niges von Spanien, und des Herzogs von Lothringen. Das erste welches Ferdinand den versammelten St\xE4nde, zur Berathschlagung und Ausf\xFChrung \xFCbertrug, war das Wahlgesch\xE4fte seines k\xFCnftigen Nachfolgers, auf dem k\xF6niglich ungarischen Throne. Nichts w\xFCnschte der Kaiser so sehr, als den damals siebzehnj\xE4hrigen Erzherzog, gleiches Namens, als K\xF6nig von Ungarn gekr\xF6nter zu sehen. Der Kardinal Pa\xDFman, und der Graf Niklas Esterhasi, beyde dem allerdurchlauchtigsten Erzhause treu ergeben, beyde aber auch von dem gr\xF6\xDFten Ansehen im Lande, unterst\xFCtzten durch dieses ihr Ansehen, und durch ihre m\xE4nnliche Beredsamkeit, die W\xFCnsche oder vielmehr die billigsten Forderungen des Kaisers; und das mit dem besten Erfolge. Denn obgleich einige von den Landesst\xE4nden, anf\xE4nglich dagegen Einwendungen machten: so entkr\xE4fteten dennoch, die gegr\xFCndeten Vorstellungen dieser beyden Gro\xDFen, alle
**) Dieser Karolus Karafa hat daher mit in seinen Commentariis de Germania Sacra restaurata, Parte II. von S. 39. bis 72. der neuern Wiener Ausgabe vom Jahre 1749. als Augenzeuge, die Geschichte dieses Landtages umst\xE4ndlich beschrieben, wohin wir diejenigen, welche sich damit bekanet machen wollen, verweisen. S. auch Francisci Kasp, Histor. Reg. Hungariae Tom. I. p. 221. sequ.
ihre Einw\xFCrfe, mit so vielem Gewichte, da\xDF endlich die Landesst\xE4nde, einhellig die Kr\xF6nung des Erzherzoges, zur allerh\xF6chsten Freude des anwesenden kaiserlich- k\xF6niglichen Hauses bewilligten. Welche auch den 8ten December, mit den gew\xF6hnlichen C\xE4remonien, in Gegenwart des Kaisers, und der kaiserlichen Familie vollzogen worden ist. Der Kardinal Pa\xDFman, damaliger Erzbischof von Gran, verrichtete, die k\xF6nigliche Kr\xF6nung mit allem nur erforderlichen Gepr\xE4nge, \xFCber die Maa\xDF dar\xFCber erfreut, da\xDF es schon die zweyte war, die er zu verrichten, die hohe Ehre hatte. N\xE4mlich Vater und Sohn, erhielten von diesen angesehenen Pr\xE4laten, die heilige Salbung, und Krone als K\xF6nige von Ungarn *).
Hier sollten wir noch, da uns die Reversseite unserer Medaille daran vorz\xFCglich erinnert, die hohen Reichsbaronen anzeigen, welche nach altem Gebrauch, bey der Kr\xF6nung Ferdinand des IIIten, die zehen Wappenfahnen, so vieler mit der heiligen ungarischen Krone vereinigten K\xF6nigreiche vorgetragen haben. Allein das sind wir jetzt zu thun, nicht im Stande: Denn weder der sehr flei\xDFige Graf von Khevenh\xFCller, der
*) Des Grafen Khevenh\xFCllers Annales Ferdinand. Tom. X. S. 704. u. f. Carolus Carafa Germ. Sacra restaurata P. II. pag. 63. seq. Wo alle Kr\xF6nungsfeyerlichkeiten, umst\xE4ndlich zu lesen sind.
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so leicht nicht in seinen Erz\xE4hlungen etwas ausl\xE4\xDFet, noch auch der Bischof Karl Karafa, zeigen sie mit Namen an. Letzterer sagt nur am a. O. \xFCberhaupt, da\xDF zehen Fahnentr\xE4ger, bemeldte zehen Wappenfahnen, wie gew\xF6hnlich, auch bey dieser Kr\xF6nungsfeyerlichkeit vorgetragen haben**). Diese Reichsbaronen, mit den zehen Wappenfahnen stehen bey der Kr\xF6nung eines K\xF6niges von Ungarn, zu beyden Seiten des Prinzen, der gekr\xF6net werden soll***), als eben so viel Stellvertreter, aller derjenigen V\xF6lker, deren Wappen, auf diesen Fahnen, vorgestellet sind; und legen hiedurch \xF6ffentlich vor aller Augen an den Tag, die uralten Anspr\xFCche der ungarischen Krone auf diese L\xE4nder; ja empfehlen gleichsam, dem neuen Thronfolger, auf das solenneste, alle diese Anspr\xFCche, be jeder sich dazu ereignenden Gelegenheit, geltend zu machen.
**) Germ. S. restaurata, pag. 67. hei\xDFt es davon : Praecedebat fecialus Ungaricus, & decem vexilliferi, decem regnorum Ungariae incorporatorum praeferentes insignia vexillis impressa . —
***) S. Mart. Schmeizel de insignibus vulgo clenodiis Regni Hungariae &c. p. m. 40. 41. In einem sehr akuraten Kupferstiche, ist diese Solennit\xE4t vorgestellt, in dem IIten Theil der Scriptorum rerum Hungar. Schwandtneri, auf der 435. Seite.
II. Geschichte.
Beytrag zur ungarischen Familiengeschichte.
Das Bathorische Haus, welches nun ausgestorben ist, war eines der \xE4ltesten und angesehensten in Ungarn und Siebenb\xFCrgen: ber\xFChmt schon unter Andreas dem II. Uladislaus den I. und andern ungarischen K\xF6nigen mehr. Es theilte sich nach und nach, bey dem zahlreichen Anwachs desselben, in mehrere Aeste, als Bathori von Bathor, Bathori von Etschied; Bathori von Schomlyo, u. d. gl. *) Wir bleiben itzt bey dem Bathorischen Stamm von Schomlyo stehen, aus dem wir vier siebenb\xFCrgische F\xFCrsten z\xE4hlen; deren M\xFCnzen nach und nach, in diesen Bl\xE4ttern erl\xE4uert werden sollen. Um also die Geschlechtsfolge derselben deutlicher einzusehen, wollen wir
*) S. Wolfg. de Bethlen Historiarum Lib. V. p. 283. da es unter andern hei\xDFet: Haec familie Bathoreorum, \xE1 quibus oppidum Bathor, cognomen est fortitum, semper foritudinis specimina Regibus Hungariae contestata est — atque longo tempore omnes Bathorei, in subscriptionibus usurpare tantum erant soliti de Bathor; succcessu autem temporis, postquam in varios propagati fuissent ramos, alii de Somlyo, alii de Etsed, denique successores Stitnislai Batborei, Sianislasi Bathorei, alii autem ab arce Sziner, Szinerei Bathorei nuncupabantur.
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unseren Versprechen gem\xE4\xDF, eine kurze Stammtafel dieser Linie, in so weit wir solche, aus den vortreflichen Geschichtsb\xFCchern, des Grafen Wolfgang von Bethlen, zusammen sammlen konnten, hersetzen. Unterst\xFCtzt durch das Zeugni\xDF eines so bew\xE4hrten Geschichtschreibers, finden wir uns in den Stand gesetzt, bey dieser Genealogie, f\xFCr alles Gew\xE4hrschaft zu leisten, bis auf den allerersten Stephan Bathori, dessen Namen und Sterbejahr, wir allein nur aus dem Schmeizel entlehnet haben: und daher auch mit keiner Gewi\xDFheit sagen k\xF6nnen: ob er der Stammvater der Bathorischen Linie von Schomlyo sey: oder ob die Abstammung derselben, noch weiter hinausgehe. In dem angef\xFChrten historischen Werke des Grafen von Bethlen, finden wir davon auch nicht ein Wort: wir m\xFCssen uns daher, bis auf weitere Entdeckungen mit der Schmeitzelschen Anzeige beg\xFCgen. Hier ist unser Stammbaum;
Stephan Bathori von Schomlyo † 1494. er zeugte zween S\xF6hne.
1) Stephan, der unter Johann I. von Sapolya, Statthalter von Siebenb\xFCrgen 1529. geworden.
Gemahlinn. Anna Telegdi
a) Andreas, dieser wurde Hauptmann und Kommendant der Festung Lippa, unter der K\xF6niginn Isabella. 1551.
Seine Enkel: die S\xF6hne von Stephan waren
1) Christoph gebohren 1532. wird F\xFCrst von Siebenb\xFCrgen 1576. † 1581.
Gem. Elisabetha Botschkai †1581
2) Stephan gebohren 1553. wird F\xFCrst von Siebenb\xFCrgen 1571. K\xF6nig von Pohlen 1576. †1586.
3) Andreas.
Urenkel:
a) Vom Christoph Bathori von Schomlyo
1) Sigmund gebohren 1572. wird F\xFCrst in Siebenb\xFCrgen 1581. † 1613. ohne Erben.&BR%
Gemahlinn: Maria Christierna Karls Erzherzogs zu Steyermark Prinze\xDFinn Tochter, verm\xE4hlt 1595. † 1599. im Kloster.
2) Geiseldis
Gemahl: Johann Zamoisky, Kanzler in Pohlen.
3) Anonyma †1581. wird mit der Mutter zugleich begraben.
b) Vom Andreas
1) Stephan, Hauptmann und Kommendant zu Gro\xDFwardein.
2) Balthasar, General in Siebenb\xFCrgen unter Sigmund Bathori † 1594.
3) Andreas wird Cardinal 1584. Bischof von Ermeland 1589. F\xFCrst in Siebenb\xFCrgen 1599. †1599.
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Was zum Beweis der Richtigkeit dieses Stammbaums dienet, das stehet in dem Bethlenischen Werke S. 52. 169. 361. 369. 388. und 400. Nach dieser Berichtigung kann die Schmeitzelsche Stammtafel in dessen Siebenb\xFCrgischen M\xFCnzbeschreibungen S. 20. verbessert werden. Das einzige ist noch anzumerken: da\xDF Stephan Bathori, Statthalter von Siebenb\xFCrgen unter Johann von Sapolya, au\xDFer den drey S\xF6hnen, Christoph, Stephan und Andreas, auch T\xF6chter gehabt habe, von denen wir nur so viel in des Reinholdi Heidensteini, Rerum Polonicarum ab Excessu Sigism. Augusti Libris duodecim, Lib. VII. p. 241. lesen: Princeps immortali gloria dignissimus, er redet hier von Stephan Bathori, dem K\xF6nige in Pohlen, natus in Hungaria erat — patre Stephano, sub Joanne Rege, Palatino Transilvaniae, matre Maria, Anna Telgdea — Fratres duos habuerat forores aliquot-
v. Cz.
III. Vermischte Nachrichten.
Versuch einer Untersuchung, von den verschiedenen Religionen, zu welchen sich die Ungarn und die unter ihnen gewesene Einwohner bekannt haben.
Es ist in dem IVten Jahrgange unserer Anzeigen, im L. St\xFCcke gezeiget worden, durch welche Wege
die katholische und dann die griechische Religion, in Ungarn eingef\xFChrt und vorbereitet worden. Wir glauben nun, es werde unsern Lesern nicht unangenehm seyn, wenn wir einen Versuch wagen, es hier zu untersuchen: auf was f\xFCr eine Art und zu welcher Zeit, die verschiedenen Religions- und Glaubenslehren, welche sich in diesem K\xF6nigreiche befanden, und sich theils noch darinn befinden, entstanden und eingef\xFChret worden sind.
Die \xE4lteste Religion unter allen, die sich je in den ungarischen Staaten befunden haben, ist wohl die heydnische; und eben darum soll hier von derselben der Anfang gemacht werden.
Nicht allein der gr\xF6\xDFte Theil der ungarischen Nation, diente Gott, bis zu dem Jahre 1000. auf heydnische Art; sondern der heydnische Aberglaube hatte unter dem Volke so tiefe Wurzeln geschlagen, da\xDF es viele M\xFChe und gro\xDFe Arbeit kostete, denselben in dem K\xF6nigreiche und den damit vereinigten Staaten zu besiegen. Es ist jedermann bekannt, welchen gro\xDFen Hang, die durch unglaubliche Bem\xFChungen des heil. K\xF6niges Stephanus des Iten zum christlichen Glauben bekehrte Ungarn, nach dem Ableben dieses Monarchen, zur heidnischen Religion bezeiget haben: da aus diesem und keinem andern Grunde die K\xF6nige Samuel oder Abba und Peter der I. von den
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heydnisch gesinnten Unterthanen, um Kron, Zepter und Leben gebracht wurden.*) Die W\xFCrde und Vorz\xFCge eines katholischen Bischofs, und die von dem heil. K\xF6nige Stephano vestgesezte Verbindlichkeit, den Zehenden an die Geistlichkeit zu entrichten, schienen dem Volke unertr\xE4glich zu seyn **).
Die zween Br\xFCder Andreas der Ite und Bela gleichfalls der Ite mu\xDFten gro\xDFe Klugheit anwenden, die von den meisten und vornehmsten des K\xF6nigreichs auf die allerverwegenste Art verworfene christliche Religion wieder herzustellen, und das Ansehen der christlichen Bisch\xF6fe und Lehrer zu befestigen
*).
Den heil. Ladislaus machten die Heyden im Sklavonien viel zu schaffen. Er w\xFCrde wider sie gar wenig ausgerichtet haben, wenn er nicht in diesem K\xF6nigreiche ein eigenes Bi\xDFthum zu Agram, (Zagrabia) gestiftet, und mit ansehnlichen G\xFCttern und Eink\xFCnften versehen h\xE4tte
**).
(Die Fortsetzung folgt.)
*) Aloldus de Peklarn in notulis ad a. 1046. contra Petrum ai insurgunt Andreas & Levenza propingui sui; sibi fideles, etiam praesules & clericos occidunt & ipsum quoque (Petrum) ad poenam qaerunt. Fugientem in Osterrichiam deprehendunt & oculis privant. Andreas & Levanza ad abolatriam proni, regnum a sui similibus sibi oblatum capiunt.
**) Thurocz. Chron. Part. II cap, 29. Cum venissent (Andreas & Leventa) ad novum castrum, quod Rex Abba construxerat, ecee universa multitudp Hungarorum, cateruatim confluxerunt ad ipsos, & instinctu diabolico infalti, peruicaciter perierunt ab Endrc & Levente, qoud permitterent universum populum, ritu paganorum vivere, episcopos & clericos occidere, ecclesias destruere, christianam fidem abjicere & idola colere. Und nach einigen Worten: Ut Episcopi cum clero sint necati, decimator trucidetur paganismus abolitus resumatur.
***) Alold. de Peklarn ad a. 1047. coronatur -Andreas & corde suo per Dei gratiam converso, saluberrima pro Christi Religione edicta edidit. Man kann hievon auch nachlesen M. Thurocz Chron P. II. cap 42. 46. wie auch andre ungarische Geschichtschreiber.
****) Balthar. Adam Kercselich. in Histor. Eccles. Zarab. Part I. cap. I. Wo unter andern aus des K\xF6niges Stephani V. Best\xE4ttigungsdiplome folgende Worte angef\xFChret werden: qui (S. Ladislaus) eliminatis gentilitatis erroribus, in Ducatu Sclavoniae Zagrabiensis Ecclesiae institutor sanctissimus exstitit & fundator &c.
* * *
Fortsetzung, der verschiedenen Gebr\xE4uche fremder V\xF6lker, bey ihren Verheurathungen.
Zu Whidah *) auf der Sklavenk\xFCste, haben die M\xE4nner meistentheils bis f\xFCnfzig Weiber, ihr vornehmster Hauptmann wohl dreyhundert; ja der K\xF6nig gar vier, bis f\xFCnftausend. Die Verheurathungen in diesem Lande sind ohne alle C\xE4remonien, und kosten sehr wenig. Es
*) Nach Philips, und Schnellgraves Reisen.
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giebt keine Ehestiftung, kein Eingebrachtes, kein Ausgemachtes, keine Geschenke auf beyden Seiten. Da die Weiber hier gar nicht fruchtbar sind, so wird eine Dirne, welche Proben ihrer F\xE4higkeit in disem St\xFCcke gegeben hat, stets einer andern vorgezogen. Uebrigens geschehen hier die Heurathen auf diese Art: Der Mann, welcher eine Neigung zu einem M\xE4gdchen hat, begehret sie von ihrem Vater, der sie ihm nie abschl\xE4gt. Er f\xFChrt sie vielmehr selbst in das Haus ihres k\xFCnftigen Mannes; dieser schlachtet ein Schaaf, und verzehrt es mit den Freunden seiner Braut. Er schicket ihr auch ein S\xFCck davon, denn hier erlaubt es die Gewohnheit nicht, da\xDF sie mit ihrem Br\xE4utigam speiset. Der Mann versieht sie sodann, mit sch\xF6nem Zeuge, Arm- und Halsb\xE4ndern. Die M\xE4nner sind hier sehr eifers\xFCchtig auf ihre Weiber; und des K\xF6niges seine darf man bey schwerer Strafe nicht ansehen, oder nur anr\xFChren. Sonst ist der Zustand der Weiber nicht viel besser, als der Sklaven ihrer. Sie m\xFCssen allein das Feld bauen, und ihre M\xE4nner bedienen; ja, was das \xE4rgste ja,ist, so werden sie, bey dem geringsten Verdachte einer Untreue, an die Europ\xE4er verkauft, des K\xF6niges seine
ausgenommen. Der Mann hat das Recht, sich von seinem Weibe zu scheiden, das Weib aber nicht minder die Freyheit ihn, wenn sie hinl\xE4nglich Ursache hat, zu verlassen. — Unter die Strenge gegen die Weiber geh\xF6ret auch dieses, da\xDF ihnen monatlich, w\xE4hrend gewisser T\xE4ge, es nicht erlaubt ist, das Haus eines Mannes zu betretten. Zu dem Ende ist, nach Beschaffenheit der Anzehl der Weiber, in jeder Familie oder mehrere H\xE4user, in einem Winkel des Bezirkes, wo sie sich unter der Wartung einiger alten Weiber aufhalten, welche Sorge f\xFCr sie tragen, sie waschen, und reinigen m\xFC\xDFen. — Ungeachtet der scharfen Bestrafungen aber, setzen siech die Weiber gleichwolen sehr oft, der gr\xF6\xDFten Gefahr aus. — Doch sind die M\xE4gdchen von diesen Ges\xE4tzen ausgenommen. Wann eine mit ihrem Liebhaber ertappet wird, so unterstehet sich niemand, sie dar\xFCber zu schelten, weil sie ein v\xF6lliges Recht \xFCber ihre Person hat. Es beschimpfet sie gar nicht, wann sie vor ihrer Ehe Kinder gehabt hat, es ist vielmehr eine m\xE4chtige Empfehlung, weil dieses ihrem k\xFCnftigen Ehemanne Hofnung zu vielen Kindern macht, welche in diesem Lande f\xFCr einen Reichthum gehalten werden.
(Die Fortsetzung wird folgen.)